Afrika im Fokus: Wachstumschancen für den Maschinenbau - Ausbildung als wichtiger Hebel
(Frankfurt am Main) – Afrika gewinnt für Europas Industrie weiter an Attraktivität. Die 54 Länder des Kontinents bieten gerade dem Maschinen- und Anlagenbau aus Deutschland und Europa Wachstumschancen – sowohl als Ausrüster für den Aufbau eigener Industrien vor Ort als auch für Rohstoffpartnerschaften. Hinzu kommt, dass viele afrikanische Länder geprägt sind von einer jungen Bevölkerung und sich für ihre Entwicklung ambitionierte Transformationsstrategien geben. Daher bleibt die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte eine zentrale Voraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.
Mit der Initiative „Skilled Workers for Africa“ hat der VDMA zwischen 2014 und 2024 genau hier angesetzt und kann bis heute dazu beitragen, die Zusammenarbeit mit ausgesuchten afrikanischen Ländern zu stärken. Schirmherrin der Initiative war Elke Büdenbender, Juristin und Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die zum Abschluss die VDMA-Mitgliedsfirma HAHN Automation Group in Rheinböllen zusammen mit der VDMA-Vizepräsidentin Verena Thies sowie dem botswanische Botschafter John-Thomas Dipowe besuchte. HAHN Automation Group hat zwei junge Mechatroniker aus Botswana übernommen, die in ihrem Heimatland eine modulare Berufsausbildung zum Mechatroniker erfolgreich abgeschlossen haben. Diese Ausbildung wurde von der Regierung Botswanas und der VDMA-Initiative gemeinsam entwickelt.
Afrika als wachsender, aber noch kleiner Markt
Die aktuellen Exportzahlen im Maschinen- und Anlagenbau zeigen ein zweigeteiltes Bild: Afrika entwickelt sich dynamisch – bleibt aber bislang ein vergleichsweise kleiner Absatzmarkt. Im Jahr 2025 stiegen die Maschinenexporte aus Deutschland nach Afrika nominal um 9,1 Prozent. Für das laufende Jahr (Januar bis April) ergab sich ein weiteres Exportplus von 3,3 Prozent. Insgesamt wurden 2025 Maschinen im Wert von rund 4,8 Milliarden Euro nach Afrika exportiert – das entsprach 2,4 Prozent der gesamten deutschen Maschinenausfuhren. Damit gehörte Afrika zu den wenigen Wachstumsregionen im Exportgeschäft.
Gerade Botswana gehört zu den positiven Beispielen für wirtschaftlichen Wandel in Afrika. Das Land ist politisch stabil und vergleichsweise wohlhabend, bislang aber stark abhängig vom Diamantenexport. Dies soll sich durch eine umfassende Diversifizierungsstrategie ändern; die Regierung setzt dabei auf die Sektoren erneuerbare Energien, digitale Wirtschaft, Landwirtschaft und Gesundheitswirtschaft. Für den Maschinen- und Anlagenbau ergeben sich hier konkrete Geschäftschancen etwa in der Automatisierung, dem Ausbau der Infrastruktur und der industriellen Produktion.
VDMA-Initiative: Fachkräfte als Schlüssel zur Marktentwicklung
Die Initiative „Skilled Workers for Africa“ förderte ab dem Jahr 2014 den Aufbau einer modularen Berufsausbildung in den drei Ländern Botswana, Kenia und Nigeria. Getragen wurde das Programm vom VDMA und seinen Mitgliedsunternehmen in Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern sowie dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Ziel war es, Fachkräfte vor Ort auszubilden und gleichzeitig Verbindungen zu deutschen Unternehmen zu schaffen. VDMA-Mitgliedsunternehmen führen die Initiative mit eigenem Engagement weiter. So integrierte Festo im März 2026 in Botswana im Rapid Skills Development Centre (RSDC) ein modernes Mechatroniklabor, das lokale Ausbildung und internationale Industrieexpertise erweitert. Die Initiative „Skilled Workers for Africa“ zeigt damit, wie wirtschaftliche Chancen und gesellschaftliche Verantwortung erfolgreich miteinander verbunden werden können – und warum Fachkräfteentwicklung ein zentraler Hebel für nachhaltiges Wachstum ist.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Holger Paul, Leiter(in) Kommunikation, Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main, Telefon: 069 66030
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