Pressemitteilung | (vnw) Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
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Aktion Energiewende - für Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit in Norddeutschland

(Hamburg) - Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. (VNW) und seine 320 Mitgliedsunternehmen in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein starten eine Aktion Energiewende. Die seit Jahren steigenden Energiepreise treffen Vermieter und Mieter gleichermaßen. Die Schreckenszahlen schlagen sich im Anstieg der Nebenkosten (der „zweiten Miete“) nieder. Diese sind seit Jahren deutlicher gestiegen als die allgemeinen Lebenshaltungskosten und die Mieten. Preistreiber sind im Jahr 2006 mit deutlichem Abstand Gas mit einer Erhöhung um 17,7 Prozent (10,5 Prozent in 2005) und Heizöl mit einer Erhöhung um 10,8 Prozent (32 Prozent in 2005).

Die 320 Mitgliedsunternehmen des VNW bzw. deren 756.000 Mieterhaushalte haben im letzten Jahr 500 Millionen Euro allein für Heizung und Warmwasser „verheizt“. Hätten die Mitgliedsunternehmen nicht erheblich in Energieeinsparung und Energieeffizienz investiert, lägen die Kosten deutlich höher. Jetzt sollen diese Anstrengungen in einer konzertierten Aktion mit Unterstützung von 40 Beratungsunternehmen, Hochschulen, Energieversorgern und -agenturen, Förderbanken, Wohnungsunternehmen und Behörden noch verstärkt werden. Der Hamburger Senat hat heute (6. Februar 2007) seine Unterstützung zugesagt. Durch ein breites Informations- und Beratungsangebot sollen geeignete Maßnahmen untersucht und zur Realisierung vorgeschlagen werden. Ansätze für eine zukunftssichere, kostengünstige und akzeptierte Energiestrategie können dabei Verbrauchsreduzierung durch bau- und anlagentechnische Maßnahmen sowie die Einflussnahme auf das Nutzerverhalten sein. Die bessere Nutzung der Primärenergie und der vorhandenen Netzpotenziale wie auch die Mischung von fossilen und regenerativen Energien zur Wärmeerzeugung sollen zu einer wirtschaftlicheren und klimaschützenden Nutzung der knappen fossilen Energieträger führen. Geo- und Solarthermie, Kraft-Wärme-Kopplung, Bioenergien und auch die Nutzung der Wärme aus Abfall- und Abwasser stehen auf dem Programm. In Projektgruppen werden Bestandserfassung, Gebäudehülle, effiziente Heizungssysteme, alternative Energien sowie die Rahmenbedingungen untersucht. Ein Energieforum zur Informationsverbreitung neben einer Internet-Datenbank und einem Beratungspool sind weitere Bauteile.

VNW-Verbandsdirektor Dr. Joachim Wege: „Eingespart, effizient und erneuerbar ist die Energie der Zukunft. Mit unserer Aktion Energiewende wollen wir dem Preisanstieg bei den Energiekosten begegnen und den Klimaschutz neben der Wohnbehaglichkeit fördern. Wir wollen die Energiekosten reduzieren und die Abhängigkeit von weiteren Preissteigerungen verringern. Bis 2020 wollen wir den Energiebedarf der Wohnungen um 15 Prozent und die CO2-Emissionen um 25 Prozent verringern. Dazu wollen wir jährlich den Energieverbrauch in Kilowattstunden, Euro und CO2 messen.

Unsere Mitgliedsunternehmen haben in den letzten Jahren Milliarden in energiesparende Maßnahmen wie z.B. Wärmedämmung, moderne Heizungsanlagen und Energieträgerumstellung investiert. Seit 1990 konnten sie den Energieverbrauch in ihren Wohnungsbeständen um 13 Prozent reduzieren und durch Energieträgerumstellung den CO2-Ausstoß sogar um 19 Prozent senken. Damit haben unsere Unternehmen das Kyoto-Ziel, in den Jahren 1990 bis 2012 in diesem Sektor die CO2-Emissionen um 12 Prozent zu reduzieren, bereits jetzt übertroffen. Gelungen ist dies durch Austausch der Fenster sowie verbesserte Wärmedämmung und Heizsysteme einerseits, die Umstellung von Öl-, Kohle- und Nachtspeicheröfen auf Fernwärme und Erdgas andererseits. Jetzt ist eine zweite Phase einzuläuten: Die Politik, die Wirtschaft und jeder Einzelne müssen noch stärker zum Klimaschutz beitragen.“

Rohstoffe werden knapper und teurer. Die Nachfrage nach Energie steigt und führt zu internationalen Konflikten. Es besteht eine große Abhängigkeit von wenigen Staaten, in denen Reserven konzentriert sind. Die Lebensbedingungen der Menschen werden sich aufgrund klimatischer Bedingungen dramatisch verändern, wie gerade jüngst der vierte Bericht des UN-Klimarates/PCC deutlich gemacht hat.

Knapp 30 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf das Heizen von Wohnungen. Dämmmaßnahmen, effiziente Heizungs- und Anlagentechnik sowie Unterstützung durch thermische Solarsysteme könnten in diesem Bereich zu einer Reduktion des Energieverbrauchs um 24 Prozent führen. Mit dem Einsatz neuer Technologien und Nutzung regenerativer Energien, z.B. Wärmepumpen, Pelletheizungen und Bioenergie, können weitere 50 Prozent des Verbrauchs von Öl und Gas durch Substitution eingespart werden. Weitere Einsparungen ergeben sich durch den Austausch alter Heizungsanlagen. 13 Prozent davon sind in Deutschland älter als 25 Jahre.

Zur Verbesserung des Klimaschutzes hat der VNW drei Forderungen:
Um die Investitionen der Wohnungswirtschaft in energetische Maßnahmen zu unterstützen, muss die Politik eine effiziente Preiskontrolle bzw. einen echten Energiemarkt und eine der Nachhaltigkeit verpflichtete Energiewirtschaft sicherstellen. Ziel: Faire Preise für Vermieter und Mieter. Energieeinsparung darf nicht mit Preiserhöhung beantwortet werden.

Der Übergang der Zuständigkeit auf die Länder ist eine gute Gelegenheit, die Wohnraumförderung beim Neubau und bei der Entwicklung der Wohnungsbestände und -quartiere an den neuen ökologischen, ökonomischen, sozialen und demografischen Herausforderungen auszurichten.

Zukünftig muss das Mietrecht Investitionshemmnisse bei energetischen Modernisierungen aufheben und auch Wärmecontracting zulassen. Die Kosten für ökologisch und ökonomisch sinnvolle Maßnahmen müssen umgelegt werden können. Energetisch modernisierte Wohnungen haben einen höheren Wohnwert, was sich auch im Preis niederschlagen muss.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt 320 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Jährlich investieren sie ca. 1 Milliarde Euro in den Wohnungsbau, um ihren Mietern bezahlbaren, attraktiven Wohnraum zu bieten. Sie sind die wichtigsten Anbieter von Mietwohnungen in Norddeutschland: In ihren 756.000 Wohnungen leben rund 1,6 Millionen Menschen.

Quelle und Kontaktadresse:
VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. Pressestelle Tangstedter Landstr. 83, 22415 Hamburg Telefon: (040) 520110, Telefax: (040) 52011201

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