Altpapiermarkt: Bisher ein äußerst turbulentes Jahr / Altpapierverbrauch auf Vorjahresniveau
(Bonn) - Der Altpapiermarkt befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Während im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2006 der Altpapier-verbrauch erheblich zugenommen hatte, kann davon in diesem Jahr keine Rede mehr sein. Vielmehr wurde nach den vorliegenden Zahlen exakt die gleiche Menge Altpapier in deutschen Papierfabriken verbraucht wie im ersten Halbjahr 2007, nämlich 7,84 Millionen Tonnen. Also eine Beruhigung des Marktes auf stabilem Niveau.
Nach Ansicht des bvse wäre es jedoch ein Trugschluss, von dieser Konstanz in den Zahlen auf einen gleichmäßigen Liefer- und Abnahmeverlauf innerhalb des 1. Halbjahres 2008 schließen zu wollen. Eher das Gegenteil war der Fall. Zu Beginn dieses Jahres war der Bedarf nach dem sekundären Rohstoff Altpapier sehr hoch; dies sowohl seitens der asiatischen Abnehmer, der europäischen Papierfabriken als auch aus den Reihen der inländischen Abnehmer. Ab März jedoch wendete sich das Blatt. Die sich verschlechternde Auftragslage bei den in Europa ansässigen Herstellern von Pappe und Karton sowie der Preisdruck auf deren Neuprodukte führten zu Abstellmaßnahmen und steigenden Altpapierlagerbeständen bei Fabriken und Altpapierentsorgern.
Da die Altpapiererfassung über das gesamte Halbjahr hinweg hoch ausfiel, zog die sinkende Nachfrage im unteren Sortenbereich eine Reduzierung der Vergütung für die entsprechenden Altpapiersorten im Inland nach sich. Davon abweichend entwickelte sich der Markt für Deinkingware, Zeitungen und Zeitschriften erfreulich für die Marktbeteiligten. Die Nachfrage sowie die Notierungen blieben kontinuierlich hoch. Diese Erlösdifferenz zwischen gemischter Sammelware (1.02) und Deinkingware (1.11) dürfte eine relative Preisstabilität bei 1.02 nach sich ziehen.
Seit März sind demnach auch die Vergütungen für die Sorte "Gemischtes Altpapier" spürbar zurückgegangen. Nach Angaben des bvse liegen die Preise derzeit, abhängig von relevanten regionalen Unterschieden und davon, ob es sich um variable Preise oder langfristige Festpreise handelt, in einer Bandbreite zwischen 40 und 80 Euro pro Tonne.
bvse-Präsident Burkhard Landers: "Diejenigen, die prognostiziert haben, dass sich die privaten Sammler zurückziehen, wenn die Preise zurückgehen, werden von der Realität eines Besseren gelehrt. Wir halten in dieser Diskussion nichts von unnötiger Schärfe in der Argumentation. Voraussetzung ist jedoch, dass die Kommunen verstehen, dass unternehmerisches Handeln in einer sozialen Marktwirtschaft die Regel und eben nicht die Ausnahme sein sollte."
Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz sieht die so genannte gewerbliche Sammlung vor, und die ganz überwiegende Mehrzahl der Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte in Deutschland hat diese Rechtsauffassung bestätigt.
"Aufgabe muss es nun sein, auf dieser Grundlage vernünftige Lösungen in den Regionen zu finden. Wir halten nichts von gegenseitiger Konfrontation. Die hilft auf Dauer keiner Seite. Wir sollten uns vielmehr darum bemühen, vor Ort gemeinsame und tragfähige Lösungen zu finden", machte Landers deutlich.
Quelle und Kontaktadresse:
bvse Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
Jörg Lacher, Leiter, Politik und Kommunikation
Hohe Str. 73, 53119 Bonn
Telefon: (0228) 988490, Telefax: (0228) 9884999
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

