Apothekerverband verunsichert Patienten / Goesmann: Vorwürfe an Ärzte laufen ins Leere
(Berlin) - Umfragen sind bestenfalls Momentaufnahmen und schlimmstenfalls plumpe Stimmungsmache. Die Apotheker-Umfrage zu ärztlichen Verordnungen ist in jedem Fall interpretationsfähig, sagte am 06. Juni 2006 die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Dr. Cornelia Goesmann, zu Behauptungen der Bundesapothekerkammer, dass Ärzte täglich 7.000 Rezepte falsch oder unvollständig ausfüllen würden. Die bisher gute Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern wird durch solche Aktionen in Frage gestellt. Der Apothekerverband muss sich fragen lassen, ob er mit derartigen Irritationen nicht zu großer Verunsicherung unter den Patienten beiträgt. Dieser Preis ist einfach zu hoch. Die Profilierungssucht eines Verbandes hat dort ihre Grenzen, wo die gemeinsame Verantwortung für die Patienten beginnt, sagte Goesmann.
Es ist auch ein Gebot der Fairness, vor Veröffentlichung eigener Untersuchungen einen Datenabgleich mit den Ärzteorganisationen vorzunehmen. Das ist hier offensichtlich ganz bewusst unterblieben. Die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer und niedergelassene Hausärztin wies darauf hin, dass die Verordnung von Arzneimitteln in der Arztpraxis mit Hilfe von entsprechender Software abgewickelt werde, sodass der Vorwurf, Rezepte seien unvollständig oder unleserlich, ins Leere laufe. Die von den Apothekervertretern genannten Zahlen müssen auch in Relation zu den täglich etwa zwei Millionen Arzneimittel-Verordnungen gesehen werden. Allein schon deshalb ist es mehr als fragwürdig, Ärzten pauschal Fehlverhalten bei der Ausstellung von Rezepten zu unterstellen, sagte Goesmann.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) e.V.
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