Arbeitgeber von M+E Mitte zur IG Metall-Lohnforderung von 5 Prozent / Verhandlungsführer Heinrich A. Fischer: kontraproduktiv / 15.000 Arbeitsplätze verloren / Wir haben es selbst in der Hand, Beschäftigung am Standort zu halten.
(Frankfurt am Main) - Die Tarifrunde 2006 in der Metall- und Elektro-Industrie muss das zentrale Ziel haben, Arbeit in Deutschland zu halten. Die heutige Forderung der IG Metall Bezirk Frankfurt bewirkt das Gegenteil, so Heinrich A. Fischer, Verhandlungsführer der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie von Hessen, Pfalz, Rheinland-Rheinhessen und Saarland mit 415.000 Beschäftigten heute in Frankfurt. Wir müssen in dieser Tarifrunde weiter daran arbeiten, Arbeitsplätze in Deutschlands Mitte zu sichern. Die positive Konjunkturerwartung bietet die Chance, den Abbau von Arbeitsplätzen zu stoppen und neue zu schaffen. Dazu brauchen wir aber auch einen kostenneutralen Lohnabschluss und mehr betriebliche Gestaltungsoptionen für die Unternehmen. Davon müssen wir die IG Metall überzeugen, so Fischer.
Seit dem letzten Tarifabschluss im Jahr 2004 hat die Branche bei 2,2 (2004) und 2,7 (2005) Prozent Lohnerhöhung rund 15.000 Jobs in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland verloren. Ein kostenniveauneutraler Tarifabschluss 2006 würde Investitions- und Personalentscheidungen maßgeblich positiv beeinflussen und die Entwicklung umkehren. Ein Tarifabschluss mit Augenmaß gäbe einen erheblichen Motivationsschub, unseren deutschen Standorten Perspektive zu geben.
Unser Standortvorsprung bei Qualität und Produktivität ist im Vergleich zu vielen Ländern inzwischen abgeschmolzen. Zunehmend wird es also eine Existenzfrage, wer zu den günstigsten Kosten produzieren kann, sagte Fischer.
Die Lohnformel der Gewerkschaften, wonach sich der Verteilungsspielraum aus Produktivitätszuwachs plus Inflationsrate errechne, sei in einer globalisierten Wirtschaft überholt. Fast 50 Prozent der Inflation gingen auf steigende Energiepreise zurück, die Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen belasteten. Und trotz ständig gestiegener Kosten, stagnierten die Preise, die die Unternehmen für ihre Produkte erzielen könnten seit Jahren. Maßstab für eine Lohnerhöhung dürfe deshalb allein der Produktivitätszuwachs sein, und zwar bereinigt um jenen Produktivitätsanteil, der durch Entlassungen erzielt worden ist. Da liege die Gesamtwirtschaft nach Meinung der Wirtschaftsinsitute bei rund 1,2 Prozent.
Schrumpfung der Industrie und Abwanderung ihrer Arbeitsplätze scheint vielen ein unausweichlicher, schicksalhafter Prozess zu sein. Mit den höchsten Arbeitskosten unter den Industrienationen werden wir viele Arbeitsplätze nicht in Deutschland halten. Daher unser Appell an die IG Metall: Durch einen am Produktivitätsfortschritt orientierten Lohnabschluss und mehr unternehmerische Freiräume können wir den Industriestandort Deutschland sichern!, so Fischer.
Quelle und Kontaktadresse:
HESSEN METALL Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e.V.
Dr. Ulrich Kirsch, Leitung, Presse/Kommunikation
Emil-von-Behring-Str. 4, 60439 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 95808-0, Telefax: (069) 95808-126
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