Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) / Hoppe befürchtet eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung
(Berlin) Das vorgeschlagene Bonus-Malus-System lehnen wir strikt ab, weil Ärzte mit Honorareinbußen bestraft werden sollen, wenn sie nach medizinischen Notwendigkeiten und nicht nach staatlichen Verordnungsvorgaben verschreiben. Das ist definitiv der falsche Weg, sagte Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, anlässlich der morgigen (08. Februar 2006) Beratungen des Entwurfs eines Gesetzes zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung (Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz AVWG) im Gesundheitssausschuss des Bundestages. Kein Arzt dürfe dafür bestraft werden, dass er seinem Patienten notwendige Arzneimittel ausreichend verordne. Alles andere würde das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient nachhaltig zerstören.
Der vorliegende Gesetzentwurf sei alles andere als ein geeigneter Beitrag zur Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung. Im Gegenteil: Die vorgesehenen Regelungen werden die Versorgung der Patienten eher verschlechtern, warnte Hoppe. Wer die ärztliche Therapie mit Arzneimitteln derart administriere, gefährde die bedarfsgerechte Patientenversorgung. Ärzte würden bereits sehr kostenbewusst verschreiben und die für den individuellen Fall beste Arzneimitteltherapie auswählen.
Bonizahlungen seien ebenfalls ein äußerst zweifelhaftes Instrument. Deren Finanzierung sei völlig unklar und bringe Ärzte in den Verruf der honorarverbessernden Minimaltherapie. Wer als Arzt rationale Arzneimitteltherapie betreibt, sollte dafür nicht belohnt werden. Das ist selbstverständlich im Arztberuf, sagte Hoppe.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) e.V.
Alexander Dückers, Pressesprecher
Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin
Telefon: (030) 4004560, Telefax: (030) 400456-388
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