Pressemitteilung | Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
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Ausbildungsexperten diskutierten auf der 62. IAA Nutzfahrzeuge / Berufsbildung international ausrichten / Innovative Nutzfahrzeugindustrie muss sich qualifizierten Nachwuchs sichern

(Hannover) - Eine Premiere besonderer Art: Die erste gemeinsame Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Nutzfahrzeuge, Karosserie- und Fahrzeugbau (ARGE NKF) und des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) auf der 62. IAA Nutzfahrzeuge stand unter dem Titel „Harmonisierung der Aus- und Weiterbildung in Europa – Separation oder Synergie für die deutsche Nutzfahrzeugtechnik?“ Experten diskutierten, wie sich Berufsbildungssysteme international ausrichten lassen, ohne Qualitätsstandards aufzugeben, die gerade für die Nutzfahrzeugindustrie unverzichtbar sind.

VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig machte deutlich, dass Nutzfahrzeuge Innovationsträger in der Automobilindustrie sind und die Hersteller weltweit eine hohe Messlatte für Wirtschaftlichkeit, Qualität und Umweltbewusstsein setzen. Dabei sind technisch hoch spezialisierte und aufwendige Lösungen gefragt, die großes Know-how erfordern. Die deutsche Nutzfahrzeugindustrie ist mit 217.000 Beschäftigten ein wichtiger Wirtschaftszweig. Diese Industrie sei jedoch abhängig davon, so Bräunig, dass Mitarbeiter, die ihre Produkte entwickeln, produzieren und verkaufen, besser ausgebildet und qualifizierter sind als die ihrer Wettbewerber. Das duale Berufsausbildungssystem habe sich seit Jahrzehnten als Quelle für Fach- und Führungskräfte bewährt. „Wir brauchen allerdings in Europa eine größere Vergleichbarkeit und gegenseitige Anerkennung der Inhalte und Abschlüsse der beruflichen Ausbildung, um die Mobilität der Fachkräfte zu erhöhen“, sagte Bräunig. Hier seien Anpassungen erforderlich.

Wie vielschichtig das Thema ist, zeigte auch eine Expertenrunde, die Dr. Peter Littig, Direktor Bildungspolitik und -strategie sowie pädagogischer Leiter der Dekra Akademie, moderierte. Reinhard Eggers von Eggers Fahrzeugbau und Vorstandsvorsitzender der ARGE NKF, forderte einen verstärkten Dialog mit den europäischen Nachbarländern. Hier seien vor allem die Verbände gefordert. In Fachgruppen müssten Lösungswege erarbeitet werden, für die dann nationale Unterstützung gefunden werden sollte.

Friedrich Nagel, Präsident des Zentralverbandes Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF), sieht die größten Herausforderungen in der nicht zufriedenstellenden schulischen Bildung: „Ausbildung setzt auf Bildung auf“, sagte er. Es seien dringend Konzepte notwendig, um die immer größer werdende Zahl schwer vermittelbarer Jugendlicher in das Ausbildungssystem zu integrieren. Ulrich Schümer, Schmitz Cargobull, warnte vor einer Überregulierung der Berufsbildung. Die Anerkennung von Abschlüssen sei für die Unternehmen wichtig, ebenso die Weiterbildung im Ausland. Eine Grundqualifizierung sei notwendig, auf die Spezialisierung und kontinuierliche Weiterbildung aufsetzen müssten. Dies sei schon deshalb notwendig, weil sich in einer innovativen Branche wie der Nutzfahrzeugindustrie auch Anforderungen an einzelne Berufsbilder rasch veränderten.

Die Qualifizierungskosten sieht Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Abteilungsleiter Berufliche Bildung im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), als entscheidend an. Ein Global Player werde Vergleiche zwischen den Ländern anstellen und einzelne Qualifizierungsbausteine einer umfassenden Ausbildung vorziehen. Er betonte: „In Zukunft kommt es immer weniger darauf an, was du gelernt hast, als was du kannst.“

Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) Eckehart Rotter, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261

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