BDB sieht beim Gigaliner durchaus auch Chancen für die Logistik / Auswirkungen für die Binnenschifffahrt nur in Teilen erkennbar
(Duisburg) - Der Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt e.V. (BDB) hat derzeit keine Veranlassung, den Einsatz überlanger Lastkraftwagen als akute Bedrohung für den Güterverkehr mit dem Binnenschiff zu betrachten. Er nimmt damit Stellung zu jüngsten Verlautbarungen, wonach durch die sog. Gigaliner auch der Verkehrsträger Binnenschifffahrt in großem Umfang von einer Verkehrsverlagerung betroffen sei. Zweifel bestehen insbesondere hinsichtlich der Prognose des Umweltbundesamtes, bei einer zwanzigprozentigen Frachtermäßigung auf der Straße käme es zu einem Rückgang der Gesamttransportmenge der Binnenschifffahrt um bis zu 16 Prozent.
Der weit überwiegende Teil der mit dem Binnenschiff transportierten Ladung nach jüngster Schätzung waren es im vergangenen Jahr allein auf deutschen Bundeswasserstraßen über 243 Mio. Tonnen setzt sich aus Massengut, etwa Produkten für die Grundstoffversorgung, und den Transport gefährlicher Güter zusammen. Der Containertransport mit dem Binnenschiff wächst zwar kontinuierlich, macht aber immer noch nur knapp 10 Prozent der insgesamt transportierten Güter aus. Vor diesem Hintergrund ist für den BDB nicht erkennbar, welche Transportgüter in derartigem Ausmaß auf die Straße abwandern sollten. Gemessen an der Größe und dem Transportvolumen moderner Binnenschiffe ein einziges 110-Meter-Schiff fasst 3.000 Tonnen Ladung und ersetzt damit bereits 150 LKW ist nicht vorstellbar, dass diese Partien auf die Straße verlagert werden können auch nicht in 60 Tonnen fassende Gigaliner. Und selbst bei den Containertransporten werden die Risiken einer Verkehrsverlagerung nur in Teilen gesehen. Die Straßennetze um die Seehafenterminals sind heute schon dermaßen überlastet, dass Rückverlagerungen auf die Straße in großem Stil äußerst unwahrscheinlich sind.
Der BDB spricht sich mit dieser Einschätzung in keiner Weise für eine Stärkung des Straßengüterverkehrs aus, im Gegenteil. Es müssen noch mehr Güter von der Straße weg auf das Binnenschiff verlagert werden, denn die Binnenschifffahrt verursacht deutlich geringere Kohlendioxid-Emissionen als Lastkraftwagen pro transportierte Tonne Ladung und trägt so zu einer Verbesserung der Umwelt bei. Gigaliner können aber vor dem Hintergrund der weiter wachsenden Verkehrsströme durchaus interessante logistische Möglichkeiten bieten, etwa in der Bedienung von Güterverkehrszentren und auch im gebrochenen Verkehr zusammen mit der Binnenschifffahrt. Vor- und Nachteile des Gigaliners, die sich bei der Knüpfung der Verkehrskette bieten, sollten daher sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt e.V. (BDB)
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