BDEW zur Versorgungssicherheit: Grundleistungskraftwerke liefern 50 Prozent des Stroms / Neue konventionelle Kraftwerke für sichere Stromversorgung erforderlich / Versorgungsqualität nicht gefährden
(Berlin) - Kernkraftwerke und Braunkohleanlagen stellten 2007 knapp ein Drittel der Kraftwerkskapazitäten der deutschen Energiewirtschaft von insgesamt 143 300 Megawatt. Die Anlagen lieferten jedoch nahezu die Hälfte des Stroms in Deutschland, da sie rund um die Uhr für die Grundlast des Stromverbrauchs arbeiten. Das ermittelte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin.
Steinkohlekraftwerke, die tagsüber für den über die Grundlast hinausgehenden Stromverbrauch eingesetzt werden, hätten einen Anteil von rund 19 Prozent am Kraftwerkspark und von 22 Prozent an der Erzeugung gehabt. Gaskraftwerke stellten 16 Prozent der Kapazität und zwölf Prozent an der Erzeugung. Pumpspeicherkraftwerke und mit Heizöl betriebene Anlagen sind meist Reserveanlagen und kommen meist nur kurzfristig zum Einsatz, um Verbrauchsspitzen abzudecken, berichtet der BDEW. Auf diese Anlagen seien zwölf Prozent der Kapazität, aber nur sechs Prozent der Stromproduktion entfallen. Wasserkraft, Biomasse und sonstige erneuerbare Energien stellten neun Prozent der Kraftwerkskapazitäten und sieben Prozent der Stromerzeugung. Windkraftanlagen lieferten ebenfalls sieben Prozent der Stromproduktion, machten aber 16 Prozent der Kraftwerkskapazitäten aus, so der BDEW. Ihr Beitrag sei von der Witterung abhängig und daher ohne geeignete Speichermöglichkeiten nur schwer planbar.
"Die Energiewirtschaft will auch künftig die hohe Versorgungssicherheit erhalten. Dazu braucht Deutschland, neben dem wichtigen Ausbau der erneuerbaren Energien, neue, effiziente Kohlekraftwerke, um den Strombedarf rund um die Uhr zu sichern und eine Importabhängigkeit zu vermeiden", erklärte BDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller. "Der rigide Beschluss des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments ist dabei im weiteren Gesetzgebungsverfahren unbedingt zu korrigieren." Die dort vorgesehenen CO2-Emissionsgrenzwerte führten dazu, dass bereits 2015 eine Genehmigung von Kohlekraftwerken ohne die Technologie zur CO2-Abscheidung und -speicherung (CCS) nicht mehr möglich sein würde. Dieser Beschluss werde defacto beim gegenwärtigen Stand der verfügbaren Technik das Aus der Kohleverstromung bedeuten, so der BDEW.
Meller: "Mit Sorge beobachten wir daher den wachsenden Widerstand gegen Bauvorhaben. Woher soll der Strom künftig kommen, wenn in Deutschland vor allem der Bau von Kohlekraftwerken, aber auch von Wasser- und Windkraftanlagen zunehmend blockiert wird?" Auch in Zukunft müssten die unterschiedlichen Energieträger und Erzeugungstechniken sachlich bewertet und kombiniert werden, um eine sichere, umweltverträgliche Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen zu gewährleisten.
Zur Meldung und der Anlage "Kraftwerksleistung und Netto-Stromerzeugung 2007" auf bdew.de:
http://www.bdew.de/bdew.nsf/id/DE_20081028_PM_Grundleistungskraftwerke_liefern_50_Prozent_des_Stroms?open&l=DE&ccm=250010.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW), Hauptgeschäftsstelle
Ricarda Ballhaus, Leiterin, Redaktion Fachpresse
Reinhardtstr. 32, 10117 Berlin
Telefon: (030) 300199-0, Telefax: (030) 300199-3900
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