Pressemitteilung | Bundesverband GĂŒterkraftverkehr Logistik und Entsorgung e.V. (BGL)
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BGL: Maßnahmen zur Steigerung der AsphalteinbauqualitĂ€t sind nicht praxistauglich

(Frankfurt am Main) - Das Bundesministerium fĂŒr Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat im Oktober 2013 ein neues Anforderungsprofil fĂŒr den Transport und Einbau von Asphalt mit dem sperrigen Namen "EinsatzankĂŒndigung von Maßnahmen zur Steigerung der AsphalteinbauqualitĂ€t" erlassen. Diese schreibt vor, dass spĂ€testens ab 1. Januar 2015 Asphalttransporte im Fernstraßenbau nur noch in thermo-isolierten Mulden befördert werden dĂŒrfen. Damit soll verhindert werden, dass bis zum Eintreffen von Asphalttransporten an der Baustelle die Asphalttemperatur zu weit absinkt. Der Bundesverband GĂŒterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. hatte das Ministerium bereits im Januar 2014 ausfĂŒhrlich darĂŒber informiert, dass die im Erlass genannten Vorgaben nicht den praktischen Erfordernissen entsprechen.

Der BGL hatte bemĂ€ngelt, dass im vorgegebenen Anforderungsprofil neben unbeantworteten Fragen zur Verantwortlichkeit und Haftung auch technische Fragen offengeblieben waren. Wie der BGL darstellte, waren weder der Einsatz der Sensorik in betroffenen Fahrzeugen noch die Telematik der DatenĂŒbergabe ausgereift oder gar in der Praxis erprobt.

Die vorgetragenen EinwĂ€nde zur Praxistauglichkeit bestĂ€tigten sich nunmehr im Arbeitsalltag. So ist nach BefĂŒllen der Muldenkipper mit Asphalt jegliche Temperaturmessung unmöglich, wenn der SchĂŒttkegel des Asphalts nicht exakt mittig in der Mulde liegt. Wegen der hohen Dichte des Materials können Mulden, abhĂ€ngig vom Volumen, teilweise nur zu etwa 1/3 befĂŒllt werden.

Wie die Praxis ebenso ergab, erfolgt die BefĂŒllung in LĂ€ngsrichtung meist etwas außerhalb der Mitte des Kippers, so dass durchaus mehrere Messpunkte der Sensoren "in der Luft liegen" können. Dieses Problem kann sich beim Einsatz von Mulden mit einem noch grĂ¶ĂŸeren Volumen (24 mÂł aufsteigend) noch verschĂ€rfen: In diesen FĂ€llen zeigte sich, dass aufgrund der engen Vorgaben des Anforderungsprofils sogar alle vier seitlichen Sensoren resp. Messstellen in der Luft liegen können. Dieses PhĂ€nomen kann bei Einsatz von Rundmulden sogar noch "dramatischer" sein, da sich das Ladungsniveau hier noch weiter unterhalb der Messeinrichtung befindet, als dies bei Kastenmulden der Fall ist.

Als Folge dieser "Luftmessungen" der Sensoren misst das System den geladenen Asphalt entweder gar nicht oder ggf. als zu kalt. Der Asphalt dĂŒrfte dann nicht mehr eingebaut werden, obwohl er tatsĂ€chlich alle qualitativen Anforderungen erfĂŒllt.

Die mittlerweile anerkannten Schwachpunkte des Messverfahrens sollen ĂŒber Änderungen in den Vorgaben zur horizontalen und vertikalen Anordnung der MessfĂŒhler behoben werden. Allerdings werden diese Änderungen vom BGL als nicht ausreichend angesehen, weil es immer noch an einem praxisgerechten Umgang mit der Mess-Sensorik mangelt. Nahezu alle Anbieter befinden sich diesbezĂŒglich noch im Versuchsstadium mit teilweise erheblichen Messfehlern. So wurde dem BGL von Unternehmen ĂŒber Temperaturabweichungen von 60°C berichtet.

Ebenso bemĂ€ngelte der BGL, dass die sog. EinsatzankĂŒndigung aus dem BMVI keine Vorgaben zur Messmethodik selbst macht: So bliebe auch nach der angekĂŒndigten Änderung die Frage unbeantwortet, wie weit die MessfĂŒhler vom anliegenden Material bzw. von der Außenwand entfernt sein sollen. Auch der Aspekt der Messtechnik wird nach EinschĂ€tzung des BGL vermutlich ein Punkt sein, der eine weitere Änderung der EinsatzankĂŒndigung erforderlich machen wird.

Der BGL hat das Ministerium daher nochmalig gebeten, die Vorgaben so zu gestalten, dass sie fĂŒr das Baustellengewerbe sowohl praxistauglich als auch nachhaltig umsetzbar sind.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband GĂŒterkraftverkehr Logistik und Entsorgung e.V. (BGL) Pressestelle Breitenbachstr. 1, 60487 Frankfurt am Main Telefon: (069) 79190, Fax: (069) 7919227

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