Buntenbach: Schluss mit der Zerlegung von Arbeitsplätzen
(Berlin) - Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Donnerstag (28. Januar 2010) in Berlin:
"Dass sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar im saisonüblichen Rahmen hält, darf nicht als Entwarnung missverstanden werden. Das gestern im Jahreswirtschaftsbericht prognostizierte Wachstum reicht keinesfalls aus, um den Arbeitsmarkt über das Jahr zu stabilisieren, so dass mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen ist.
Sorgen bereitet vor allem der deutliche Rückgang von Arbeitsplätzen in Vollzeit, während Teilzeitarbeit und vor allem Minijobs weiter zulegen. Immer mehr Menschen arbeiten unfreiwillig in Teilzeit, weil es den Flexibilisierungswünschen der Arbeitgeber nützlich ist. Häufig reicht dann aber der Lohn nicht zum Leben und diese Arbeitsverhältnisse müssen durch Hartz-IV-Leistungen aufgestockt werden. So ist die Zahl der EmpfängerInnen von Arbeitslosengeld II, die Arbeit suchend gemeldet sind, aber nicht als arbeitslos gelten, seit 2005 um 70 Prozent auf 1,5 Mio. angestiegen (z.B. in Maßnahmen verblieben, Aufstocker, unfreiwillige Teilzeit).
Die Zerlegung von Arbeitsplätzen kostet nicht nur Geld, sondern reduziert auch insgesamt das Arbeitsvolumen. Während die Zahl der Erwerbstätigen seit dem Jahre 2000 um rund eine Million zugenommen hat, sank gleichzeitig die Zahl der Arbeitsstunden. Die Bundesregierung ist gefordert, diesen strukturellen Veränderungen mehr Beachtung zu schenken und umzusteuern. Anreize, die dazu führen, Vollzeitarbeitsplätze zu zerlegen und Kleinstarbeitsverhältnisse in Form von Minijobs zu subventionieren, müssen abgeschafft werden."
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Sigrid Wolff, Leiterin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
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