BVMed-Konferenz zur Zukunft der klinischen Versorgung: Qualität statt Kosten muss im Mittelpunkt stehen
(Berlin) - Einen Wettbewerb um mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit und um bessere Versorgungsformen statt um den günstigsten Preis forderte der Berliner AOK-Chef Rolf Dieter Müller auf der BVMed-Konferenz Politik und Gesundheitswirtschaft zur Zukunft der klinischen Versorgung am 29. November 2006 in Berlin. Man dürfe nicht nur über Kosten reden, sondern vor allem über die Qualität der medizinischen Versorgung. Hier muss der Wettbewerb stattfinden, nicht um den günstigsten Preis, so Müller vor rund 140 Industrie-, Klinik- und Kassenvertretern. Der Kassenmanager sprach sich dafür aus, die gesamte Versorgungskette zu betrachten und darauf zu achten, ob sich hohe medizintechnische Investitionen am Anfang der Kette insgesamt lohnen - qualitativ wie wirtschaftlich. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Lebensqualität, beispielsweise durch Behandlungen im häuslichen Bereich statt in der Klinik.
Der Berliner Gesundheits-Staatssekretär Dr. Hermann Schulte-Sasse schlug insbesondere im ambulanten Bereich ein Modell für einen verbesserten Innovationszugang von Medizintechnologien vor. Für innovative Verfahren, denen auf der Basis von Studien niederer Evidenzklassen eine hinreichende Plausibilität für einen medizinischen Nutzenzuwachs beigemessen werden kann, ist ein befristeter und bedingter Zugang zur Versorgung zu gewähren, so Schulte-Sasse. Eine solche Zugangskontrolle würde Patienten frühzeitig von innovativen Behandlungen profitieren lassen, die medizinische Forschung bei uns weiterentwickeln und einen Beitrag leisten für den Gesundheitswirtschaftsstandort Deutschland. Eine auf der BVMed-Konferenz erstmals vorgestellte Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) verdeutlichte, dass die Medizintechnik keineswegs der Kostentreiber in den Kliniken sei.
Anton J. Schmidt, Vorstandsvorsitzender des BVMed und Vorsitzender der Geschäftsführung der Ethicon GmbH, forderte in seiner Eröffnungsrede, dass das Potential der Gesundheitswirtschaft bei der Gesundheitsreform mitbedacht werden müsse. Er beschrieb aus Sicht der MedTech-Branche drei kritische Bereiche der Reform: die K.O.-Ausschreibungen bei Hilfsmitteln, die Organisation des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) als Black-Box sowie die finanziellen Belastungen der Kliniken. Die innovative MedTech-Branche stehe dadurch unter erhöhtem Kostendruck. Schmidt sprach sich für finanzielle Ausgleichsmechanismen im stationären Bereich aus. Ein Teil der Steuereinnahmen sollte in die Gesundheitswirtschaft investiert werden. Im Hilfsmittelbereich sprach er sich für einen fairen Vertragswettbewerb mit einem Beitrittsrecht für alle qualifizierten Leistungserbringer aus. Große Hoffnungen setzt der BVMed-Vorsitzende in ein gemeinsames Innovationsmanagement mit den Krankenkassen: Wir müssen den medizinischen Fortschritt als Chance sehen, nicht als Kostenfaktor.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed)
Manfred Beeres, Referent, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Reinhardtstr. 29b, 10117 Berlin
Telefon: (030) 246255-0, Telefax: (030) 246255-99
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