BVMed-Umfrage: Elektronisches Beschaffungswesen im Gesundheitsmarkt vor dem Durchbruch
(Berlin) - Rund 70 Prozent der Kliniken und Medizinprodukte-Lieferanten in Deutschland wickeln bereits elektronische Bestellungen über eine E-Procurement-Plattform ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed, im Vorfeld der 9. E-Commerce-Konferenz von MedInform am 27. Februar 2007 in Frankfurt. An der zweiten Online-Befragung des BVMed zu E-Commerce im Gesundheitsmarkt beteiligten sich insgesamt über 17o Teilnehmer, darunter 101 Lieferanten und 58 Kliniken. Die Beteiligung lag damit deutlich höher als im Vorjahr. Vor allem die Anzahl der teilnehmenden Kliniken hat sich sehr stark erhöht, was das gestiegene Interesse der Krankenhäuser an elektronischen Beschaffungsprozessen dokumentiert, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.
Das Fazit der BVMed-Umfrage: E-Procurement im Gesundheitswesen steht vor dem Durchbruch. Die Vorzeichen stehen günstig. Die Standards sind vorhanden, globale Initiativen angestoßen. Die Konsolidierung bei den E-Procurement-Dienstleistern ist weitestgehend abgeschlossen. Der Kostendruck im Gesundheitsmarkt führt zu einem zunehmenden Fokus auf Prozessoptimierungen. Die bisherige Zurückhaltung bei E-Commerce muss aufgegeben werden, damit alle Seiten gewinnen können, so der BVMed.
Auf die Frage, an welche E-Procurement-Plattformen bereits eine Anbindung existiert, antworteten (kumuliert): 64 Prozent GHX, 22 Prozent Medical Columbus, 9 Prozent GSG. Bei den Lieferanten sind bereits über 70 Prozent an die GHX-Lösung angeschlossen, 35 Prozent arbeiten mit Medical Columbus zusammen. Bei den Kliniken sind 55 Prozent an GHX angeschlossen, jeweils nur 5 Prozent an Medical Columbus und GHX. 23 Prozent der Befragten sind noch an keine E-Procurement-Plattform angeschlossen.
Auf die Frage, welche Vorteile E-Procurement bietet, werden in erster Linie die Zeitersparnis bei Bestellabwicklung (60 Prozent), weniger Fehler bei der Bestellung durch Wegfall von manuellen Vorgängen (59 Prozent) und die Optimierung der Beschaffungsprozesse (50 Prozent) durch weniger Medienbrüche (42 Prozent) und weniger Fehllieferungen (40 Prozent) genannt. Bei den Lieferanten ist der Faktor weniger Fehllieferungen wichtiger als bei den Kliniken. Auf Krankenhausseite haben die Optimierung der Beschaffungsprozesse, Kosteneinsparungen und Versorgungssicherheit einen größeren Stellenwert. Die Preistransparenz spielt eine untergeordnete Rolle.
Als Hemmnisse in der E-Procurement-Entwicklung werden vor allem von den Lieferanten zu hohe Kosten der elektronischen Plattformen genannt. Insgesamt ging dieser Wert aber gegenüber dem Vorjahr zurück. Naturgemäß beurteilen die Lieferanten eher die Kliniken als zu zurückhaltend (42 Prozent), während auf der anderen Seite 45 Prozent der Kliniken die Hersteller als zu zurückhaltend einschätzen. Bei der Frage, wann sich E-Procurement so durchgesetzt haben wird, dass die tiefe Integration realisiert und die kritische Masse erreicht ist, sind die Kliniken im Gegensatz zum Vorjahr etwas optimistischer als die Lieferanten. 35 Prozent der Kliniken erwarten den Durchbruch von E-Procurement innerhalb der nächsten drei Jahre. Auf der Lieferantenseite sind es nur 21 Prozent.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed)
Manfred Beeres, Referent, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Reinhardtstr. 29b, 10117 Berlin
Telefon: (030) 246255-0, Telefax: (030) 246255-99
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