Pressemitteilung | Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
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CO2-freundliche Neuwagen prägen Genfer Salon / Kritik an Dimas-Vorschlag / Wissmann: Deutscher Pkw-Markt zeigt sich zunehmend robuster

(Frankfurt am Main/Genf) - „Die deutschen Hersteller zeigen mit ihren neuen Modellen auf dem Genfer Automobilsalon, dass Umwelt und Fahrfreude kein Widerspruch sind, sondern sich vielmehr intelligent verbinden lassen. Das Angebot an verbrauchsgünstigen und CO2-freundlichen Neufahrzeugen wird umfassend erweitert. Genf setzt damit den Ansatz der nachhaltigen Mobilität, den wir bereits auf der IAA in Frankfurt in den Mittelpunkt gestellt hatten, konsequent um“, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf einer Pressekonferenz in Genf.

Wissmann ging dabei auch auf die aktuelle Entwicklung des deutschen Pkw-Marktes ein: „Erfreulicherweise mehren sich seit Jahresbeginn die Anzeichen für eine Belebung der Inlandskonjunktur.“ So haben die Pkw-Neuzulassungen, die bereits um Januar um 11 Prozent auf 221.000 Pkw anzogen, im Februar an Dynamik gewonnen und um 25 Prozent auf 229.000 Einheiten zugelegt. „Damit zeigt sich der Pkw-Markt in Deutschland wieder in einer robusteren Verfassung“, sagte Wissmann. Für diese Einschätzung spreche auch, dass das nicht vom Mehrwertsteuereffekt verzerrte relativ gute Absatzniveau von Anfang 2006 (439.000 Pkw) im Januar/Februar um fast drei Prozent überschritten wurde. „Das ist der beste Start in ein neues Jahr seit 2003“, betonte Wissmann.

Die Auftragseingänge aus dem Inland haben bereits seit Oktober 2007 wieder Fahrt aufgenommen und sind allein im vierten Quartal 2007 um 15 Prozent gestiegen. Dieser Trend setzt sich seit Jahresbeginn weiter fort. Im Januar erhöhten sich die Auftragseingänge um 11 Prozent, im Februar um 24 Prozent. Der Auftragsbestand zog Anfang dieses Jahres kräftig an und übertraf im Februar das Vorjahresvolumen um 20 Prozent. Dies „untermauert die insgesamt positiveren Markterwartungen für das laufende Jahr in Deutschland“.

Der VDA-Präsident betonte: „Wir werten es als Hoffnungszeichen, dass die privaten Halter, die im letzten Jahr aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung, hoher Spritpreise und einer anhaltenden Verunsicherung beim Neuwagenkauf zögerten, nun wieder vermehrt den Weg in die Showrooms suchen.“ Anfang dieses Jahres legten insbesondere die Neuzulassungen bei den privaten Haltern um 24 Prozent zu.

„Dennoch darf diese aktuelle Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem die private Nachfrage in Deutschland seit Jahren alles andere als erfreulich verläuft“, unterstrich Wissmann. Damit sich der positive Trend im Jahresverlauf verstetige, müsse „endlich Klarheit bei den politischen Rahmenbedingungen über die Kostenentwicklung der individuellen Mobilität“ geschaffen werden.

Auch bei Produktion und Export habe das Jahr 2008 erfreulich begonnen. Trotz des hohen Ausfuhrvolumens im vergangenen Jahr legte der Export im Februar nochmals um 8 Prozent auf 400.000 Pkw zu. Wissmann: „Obwohl sich das globale Umfeld im Frühjahr 2008 schwächer präsentiert, sind die deutschen Marken auf den Weltmärkten erfolgreich geblieben. Im Februar wurde das höchste Monatsergebnis aller Zeiten erzielt.“ Es spreche vieles dafür, dass die deutschen Hersteller im Gesamtjahr 2008 wieder in die Nähe der Export-Rekordmarke von 2007 kommen könnten.

Der Auftragseingang aus dem Ausland blieb nach dem starken Vorjahr (2007 +8 Prozent) auch im neuen Jahr sehr robust und übertraf das Vorjahresniveau um 4 Prozent, im Februar sogar um 6 Prozent. Damit ist der höchste Ordereingang aus dem Ausland erreicht, der je in einem Februar verbucht wurde. Wissmann: „Damit sollte die gute Exportkonjunktur auch im Frühjahr 2008 Bestand haben.“

Das unterstreicht auch das vergleichsweise gute Abschneiden der deutschen Marken auf dem hart umkämpften US-Markt. Während der gesamte Light Vehicles-Markt im Februar um 6,5 Prozent auf 1,17 Mio. zurückging, drehten die deutschen Hersteller als Einzige ins Plus und legten um 0,4 Prozent leicht zu. Bei Light Trucks, die um 11 Prozent rückläufig waren, erhöhten die deutschen Marken ihren Absatz um 2 Prozent. Und bei den Pkw blieben die Deutschen stabil, während der Gesamtmarkt leicht nachgab.

Aufgrund des wieder anziehenden Inlandsgeschäfts und des anhaltend guten Auslandsgeschäfts dürfte im Jahr 2008 das Produktionsvolumen des Vorjahres (5,7 Mio. Pkw) wieder erreicht werden. In den ersten beiden Monaten lag die Produktion in den deutschen Werken mit über 1 Mio. Pkw um 5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Februar stieg sie sogar um gut 10 Prozent auf das Rekordvolumen von 532.000 Pkw. „Die deutsche Automobilindustrie wird damit aller Voraussicht nach das sechste Jahr in Folge mit einem sehr erfreulichen Produktionsergebnis abschließen und ihre globale Position als Technologie- und Qualitätsführer ausbauen“, betonte der VDA-Präsident.

Wissmann sprach sich erneut für eine rasche Umsetzung der geplanten CO2-basierten Kfz-Steuer aus. Die Diskussion über die Kfz-Steuer werde schon seit Monaten geführt, aber für die Bürger sei noch nicht klar, ab wann diese Neuregelung komme und wie sie im Detail ausgestaltet sein werde: „Hier ist die Politik aufgefordert, rasch eine Entscheidung herbeizuführen“, so Wissmann.

Er wies darauf hin, dass die deutsche Automobilindustrie bei der CO2-Reduzierung schneller voran komme als ihre Wettbewerber. So konnten die deutschen Hersteller im vergangenen Jahr bei ihren Neufahrzeugen einen deutlich stärkeren CO2-Rückgang (-2 Prozent) auf unter 172 g/km erzielen als die Importeure (-1,3 Prozent auf 165 g/km). Die geringsten Einsparungen erreichten die Japaner (-0,6 Prozent) und die Franzosen (-0,8 Prozent).

Zudem haben die deutschen Hersteller ihren Inlandsabsatz von besonders verbrauchsgünstigen Fahrzeugen – Pkw mit weniger als 5 l/100 km Verbrauch oder einem CO2-Wert von weniger als 130 g/km – im letzten Jahr um 57 Prozent gesteigert, während der Absatz dieser Fahrzeuge bei den Importeuren um 4 Prozent zurückging.

„Die deutsche Automobilindustrie bekennt sich zum Klimaschutz. Allerdings muss eine EU-weite Regelung nicht nur klimaeffizient sein, sondern auch wettbewerbsneutrale, sozial ausgewogene und nachhaltige Minderungsziele sicherstellen“, betonte Wissmann. Der Vorschlag von EU-Kommissar Dimas zur CO2-Minderung sei in seiner jetzigen Form sowohl umweltpolitisch als auch industriepolitisch inakzeptabel: „Die Automobilindustrie wird mit Sanktionen belegt, die das 24-fache der Kosten anderer Industriezweige betragen. Außerdem fehlt – im Gegensatz zum Beschluss des EU-Parlaments zu CARS 21 – bislang eine Übergangsphase, die die langen Entwicklungszyklen der Automobilindustrie berücksichtigt. Wir setzen darauf, dass im Rat und im EU-Parlament dieser Dimas-Beschluss, der im Eilverfahren durchgesetzt wurde, erheblich nachgebessert wird.“

So enthalte der bisherige Vorschlag beispielsweise keinerlei Anreize für innovative Eco-Technologien, sondern schreibe einige wenige „ergänzende Maßnahmen“ zur CO2-Minderung fest, darunter Leichtlaufreifen. „Warum öffnen wir diesen Katalog nicht für Eco-Innovationen? Es ist doch nicht verständlich, weshalb nicht auch die CO2-Minderungen durch moderne Schaltgetriebe oder klimafreundliche Kältemittel berücksichtigt werden dürfen. Dieses Potenzial zur CO2-Minderung sollten wir nutzen“, sagte Wissmann.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) Eckehart Rotter, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261

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