Deutsche Automobilindustrie geht in der Klimaschutzdebatte in die Offensive / Wissmann: IAA wird Ideenfeuerwerk für sparsame Autos
(Frankfurt am Main/Stuttgart) - Die deutsche Automobilindustrie geht in der Klimaschutzdebatte in die Offensive und kündigt neue verbrauchsgünstige Fahrzeuge an. Die IAA PKW im September wird ein Feuerwerk an Ideen zeigen, wie die Kraftstoffeffizienz in neuen Fahrzeugen gesteigert und damit die CO2-Emission verringert werden kann. Das geht über die gesamte Produktpalette, daran sind alle unsere Hersteller und viele Zulieferer beteiligt. Das reicht vom Clean Diesel über den direkt einspritzenden Benziner bis hin zu Erdgas und Hybrid. Biokraftstoffe der 2. Generation gehören ebenfalls dazu, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), in seiner Rede auf dem Automobil-Forum in Stuttgart vor 400 Gästen.
Die IAA werde unter dem Leitbegriff nachhaltige Mobilität stehen, der wesentlich mehr umfasse als die jüngsten CO2-Einsparungen. Wissmann betonte: Nachhaltige Mobilität ist nicht nur umweltorientiert, sondern steht ebenso für die Notwendigkeit eines profitablen Wachstums unserer Unternehmen, die Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und damit die Sicherung der Arbeitsplätze unserer Industrie im In- und Ausland. Ökologie und Ökonomie sind für uns keine Gegensätze, sondern bedingen einander. Die Zeit der ideologischen Grabenkämpfe sollte ein für allemal vorbei sein. Wir erreichen die anspruchsvollen ökologischen Ziele ja nicht durch Verzichtsappelle an die Bürger, sondern nur durch intelligente Technologien, so der VDA-Präsident.
Die deutsche Automobilindustrie habe keinerlei Grund, sich in der Klimaschutzdebatte zu verstecken. Wissmann: Ganz im Gegenteil. Wir haben mehr erreicht als unsere Wettbewerber. Wir haben unsere nationale Zusage, den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von Neufahrzeugen gegenüber dem Basisjahr 1990 um 25 Prozent zu senken, erfüllt. Das bedeutet, dass ein Neuwagen heute durchschnittlich 2 Liter Kraftstoff/100 km weniger verbraucht als ein zwei Generationen älteres Modell.
Wissmann unterstrich: Wir bleiben dabei nicht stehen, unser Angebot an sparsamen Autos wird immer größer. Knapp jeder zweite in Deutschland verkaufte neue Pkw verbrauche bereits weniger als 6,5 l/100 km. Wissmann: Das sind fünfmal mehr Fahrzeuge als vor zehn Jahren. Derzeit haben wir über 330 Modelle im Angebot, die unter 6,5 l/100 km liegen, davon gut 50 Modelle unter 5 l/100 km. Und in den Unternehmen sei Etliches in der Pipeline, darunter auch Entwicklungspläne für Autos mit einem Verbrauch von unter 3 l/100 km.
Die Bilanz der deutschen Automobilindustrie bei der Steigerung der Kraftstoffeffizienz sei eindrucksvoll. Insbesondere in der oberen Mittelklasse und in der Oberklasse haben die deutschen Hersteller die CO2-Emissionen überproportional um 21 Prozent gesenkt, während im Durchschnitt aller verkauften neuen Pkw eine Verringerung um 15 Prozent erreicht wurde. Wissmann betonte: Das heißt nicht, dass wir nicht noch besser werden können. Daran arbeiten alle Unternehmen dieser Schlüsselbranche Hersteller wie Zulieferer.
Wissmann hob die große Bedeutung der Zulieferindustrie bei der CO2-Minderung hervor. In einer gemeinsamen Initiative habe der VDA jetzt Hersteller und Zulieferer zusammengebracht, um die technischen Möglichkeiten der CO2-Einsparung in den verschiedenen Fahrzeugkomponenten zu untersuchen auch unter Berücksichtigung der Kosten. Die ersten konkreten Projekte seien bereits benannt. Dabei geht es zunächst um die Standardisierung von Komponenten wie z. B. Start-Stopp-Systeme oder Mild- und Voll-Hybride. Die Umsetzung der Maßnahmen solle möglichst kurzfristig erfolgen, um rasch in der Serienfertigung berücksichtigt werden zu können.
Die derzeitige Automobilkonjunktur bezeichnete Wissmann als gespaltenen Markt: Während die Inlandsnachfrage nach wie vor schwach ist, brummt der Export seit vielen Monaten und dabei haben wir mit dem schwachen Dollar und dem schwachen Yen noch nicht einmal Rückenwind von der Währungsfront. Und die Rohstoffpreisentwicklung sorge für zusätzlichen Druck. Umso höher sei es zu bewerten, dass die deutschen Hersteller im bisherigen Jahresverlauf das bereits hohe Ausfuhrergebnis noch einmal um 11 Prozent übertroffen haben. Auch der Auftragseingang aus dem Ausland sei unvermindert lebhaft. Wissmann: Der Exportmotor läuft rund und arbeitet mit hoher Drehzahl.
Das Inlandsgeschäft sei hingegen nicht so erfreulich, der Pkw-Inlandsmarkt befinde sich nach wie vor in einer schwachen Verfassung, trotz guter allgemeiner Konjunkturnachrichten und einer besseren Arbeitsmarktsituation. Wissmann verwies auf den Mehrwertsteuereffekt und betonte: Besonders sensibel haben die privaten Käufer auf die Steuererhöhung reagiert. Inzwischen werde dieser Effekt allerdings überlagert von einer breiten Verunsicherung der Autokäufer, verursacht auch durch die höheren Spritpreise und die Neuausrichtung der Pendlerpauschale.
Wissmann betonte: Wir sehen diese Entwicklung mit Sorge. Die CO2-Diskussion und die noch ungeklärte Neuregelung einer CO2-basierten Kfz-Steuer verstärken diesen Effekt, die geplante Sperrung von Innenstädten oder ganzer Umweltregionen für Autos, die keine Plakette haben, kommt hinzu.
Der VDA-Präsident unterstrich: Hier ist zu allererst die Politik gefordert. Sie muss durch klare Rahmenbedingungen wieder mehr Vertrauen bei den Bürgern zu schaffen. Und es ist alles andere als hilfreich, wenn im Wochen-Rhythmus neue Vorschläge, wie man das Autofahren weiter verteuern könnte, auf den politischen Meinungsmarkt geworfen werden. Die Menschen brauchen Planbarkeit und Berechenbarkeit. Nur dann kann sich die Automobilnachfrage wieder stabilisieren. Wissmann forderte in diesem Zusammenhang eine rasche Umsetzung der CO2-basierten Kfz-Steuer, die nicht nur Neufahrzeuge, sondern den gesamten Pkw-Bestand umfassen sollte.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
Eckehart Rotter, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261
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