Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
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Deutsche Metallurgiebranche führend auf dem Weltmarkt

(Düsseldorf) - „Die deutsche Metallurgiebranche profitiert vom weltweiten Hunger nach Stahl“, erklärte VDMA Präsident Dr. Dieter Brucklacher zu Beginn der Internationalen Metallurgie-Fachmesse METEC 2007, die vom 12. bis 16. Juni in Düsseldorf stattfindet.

Die deutsche Metallurgiebranche sei dynamisch in das Jahr 2007 gestartet. Die Fachverbände der Branche erhöhten daher ihre Umsatzprognose für den Bereich der Hütten- und Walzwerkstechnik für 2007 auf 25 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr, für die Bereiche Thermoprozesstechnik auf 15 Prozent und Giessereimaschinen auf 20 Prozent. Die Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Metallurgie beurteilten die Aussichten für das gesamte Jahr 2007 als überaus positiv.

Produktion stieg 2006 um 16 Prozent

Die Metallurgiebranche stellte im Jahr 2006 Maschinen und Anlagen im Gesamtwert von vier Milliarden Euro her. Damit wuchs die Produktion in diesem Segment um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es wurden Maschinen und Anlagen im Wert von 2,8 Milliarden Euro exportiert. Die Exportquote lag somit bei 70 Prozent.

Deutschland liege bei einem Welthandelsvolumen von rund 12 Milliarden Euro damit weltweit an der Spitze vor Italien, den USA und Japan. Hauptabsatzmärkte für deutsche Metallurgietechnik sind – neben den Ländern der Europäischen Union – die ost- und südostasiatischen Staaten mit dem weltweit größten Einzelmarkt China.

Maschinenbau rechnet 2007 mit neun Prozent Wachstum

Insgesamt geht der deutsche Maschinen- und Anlagenbau 2007 von einem Produktionswachstum von neun Prozent aus. „Rechnet man über die Jahre 2004 bis Ende 2007, kommt man auf ein sagenhaftes Gesamtplus von 30 Prozent“, berichtete Brucklacher. Dieser Aufschwung komme auch am Arbeitsmarkt an. 2006 wurden allein beim Stammpersonal rund 21.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Maschinenbau geschaffen. Diese Entwicklung dürfte sich durch die sehr gute Auftragslage auch 2007 fortsetzen.

Die rund 885.000 Beschäftigten erwirtschafteten 2006 einen Umsatz von etwa 167 Milliarden Euro. Mit maßgeschneiderten Kundenlösungen erzielen die Unternehmen im deutschen Maschinenbau einen Pro-Kopf-Umsatz von knapp 200.000 Euro. „Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist insgesamt hervorragend aufgestellt. In 17 von 31 international vergleichbaren Fachzweigen der Branche sind die deutschen Hersteller Weltmarktführer. So auch im Hütten- und Walzwerkanlagenbau“, betonte Brucklacher.

In der Europäischen Union zähle der deutsche Maschinenbau zu den größten Industriezweigen und sei der bedeutendste industrielle Arbeitgeber. Er trage gut ein Zehntel zur Wertschöpfung der gesamten EU-Industrie bei. Deutschland sei mit einem Produktionsanteil von 39 Prozent der führende Standort im EU-Maschinenbau, gefolgt von Italien (16 Prozent), Frankreich (11 Prozent) und Großbritannien (9 Prozent).

Stahlindustrie ist wichtiger Partner des Maschinenbaus

Einer der wichtigsten Lieferanten für Vorprodukte sei die Stahlindustrie, die aber auch einer der wichtigsten Kunden sei. „Durch die Produkte und das Know How unserer Maschinenbauunternehmen gelingt es erst, die hohen Anforderungen an Energieeffizienz, ressourcenschonender Rohstoffgewinnung und –verarbeitung sowie Umweltschutz und Produktivität gerecht zu werden“, erklärte der VDMA-Präsident. „Hochwertige Stahlprodukte ermöglichen uns andererseits wiederum hochpräzise Werkzeuge für diese Problemlösungen herzustellen. Wir befinden uns also in einer echten WIN-WIN-Situation.“

Sorge bereite vielen deutschen Maschinenbauern aber die dramatische Entwicklung bei den Materialkosten. Das Preisniveau von Walzstahl sei im Durchschnitt über alle Produktkategorien seit Anfang 2004 um rund 60 Prozent gestiegen. Gängige nichtrostende Edelstahlprodukte hätten sich inklusive der Legierungszuschläge allein 2006 im Preis mehr als verdoppelt. „Diese Preisentwicklung drückt bei vielen Unternehmen, nicht nur in unserer Branche, ganz erheblich auf die Ertragslage“, berichtet der VDMA-Präsident.

Aktuell sei das wirtschaftliche Ergebnis der Investitionsgüterindustrie getragen von einer sehr guten Auslastung der Unternehmen. Diese helfe dabei, den Kosteneffekt gestiegener Vormaterialpreise zu kompensieren. „Leider ist Auslastung aber ein temporärer Zustand, der sich schnell ändern kann“, sagte Brucklacher.

Für viele Unternehmen sei jedoch nicht nur die absolute Höhe der Preise zum Problem geworden, sondern vor allem auch deren schnelle und unberechenbare Entwicklung. Angebotskalkulationen für langfristige Verträge oder im Projektgeschäft würden dadurch zum Lotteriespiel und seien manchmal schon überholt, wenn der Kunde sich zur Auftragsvergabe entschieden habe. Preisgleitklauseln, die das Risiko begrenzen könnten, würden längst nicht bei jedem Geschäft und von jedem Kunden akzeptiert. Hinzu kämen zeitweise Schwierigkeiten, das benötigte Material überhaupt kurzfristig zu beschaffen. Eine langfristige Disposition des Materialbedarfs im voraus sei aber gerade für Unternehmen, die kundenauftragsbezogen produzierten, oft nicht möglich. „Im Ergebnis fehlt damit vielen Kunden der Stahlindustrie die dringend notwendige Planungssicherheit, sowohl für den Preis als auch für die Termine, die der Kunde verlangt“, betonte Brucklacher. Es bleibe zu hoffen, dass die Stahlindustrie sich an dieser Stelle ihrer Verantwortung für die nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette bewusst sei und im Rahmen ihrer Möglichkeiten an berechenbaren Rahmenbedingungen im Hinblick auf Preise und Versorgungssicherheit arbeiten werde.

„Wir stehen gemeinsam vor spannenden Herausforderungen des Umweltschutzes, der Energieeffizienz, der Rohstoffnutzung und der Produktivität, die wir gemeinsam meistern können. Wichtig für uns Maschinenbauer ist in dieser Wertschöpfungspartnerschaft, langfristig stabile und kalkulierbare Materialpreise und eine verlässliche Materialverfügbarkeit“, erklärte der VDMA-Präsident.

GMTN 2007

Die GMTN 2007 ist die weltweit wichtigste Messe für die Metallurgie-Industrie und damit das Highlight des Jahres für die Branche. Mehr als 770 deutsche Hersteller präsentieren vom 12. bis 16. Juni in Düsseldorf Höchstleistungen auf den Gebieten Simulation, Automatisierung und Energieeffizienz. Damit stellt die Branche auch in diesem Jahr die größte Ausstellergruppe. Der VDMA ist mit einem Informationsstand (Halle 17, Stand D04) vertreten.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) Marlies Schäfer, Pressesprecherin Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511

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