Pressemitteilung | (VDGH) Verband der Diagnostica-Industrie e.V.
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Diagnostik-Branche stagniert VDGH plädiert für Bürokratieabbau und Strukturreformen in der Gesundheitsversorgung

(Berlin) - Die Diagnostikindustrie in Deutschland sieht sich einem wachsenden wirtschaftlichen und regulatorischen Druck ausgesetzt. Gleichzeitig gewinnen diagnostische Verfahren im Zuge aktueller gesundheitspolitischer Reformen für Prävention und Versorgung zunehmend an Bedeutung. Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) betrachtet dies als eine entscheidende Phase für die zukünftige Entwicklung der Branche.

Marktentwicklung ohne Wachstumsimpulse

Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche bleibt verhalten. So erreichte der deutsche Markt für In-vitro-Diagnostik (IVD) im Jahr 2025 ein Volumen von 2,38 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 0,8 Prozent. Auch der Bereich Life Science Research (LSR) verzeichnete mit einem Umsatz von 3,81 Milliarden Euro einen leichten Rückgang um 0,5 Prozent.

Parallel dazu hat sich die Stimmung in den Unternehmen deutlich eingetrübt. Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung des laufenden Jahres haben spürbar nachgelassen, während Beschäftigungsimpulse weitgehend ausbleiben. Gleichzeitig richten viele Unternehmen ihren Blick verstärkt auf internationale Märkte, die als dynamischer und innovationsfreundlicher wahrgenommen werden als der Heimatmarkt."

Der Standort Deutschland steht für die Diagnostikindustrie an einem Scheideweg. Während andere Regionen an Dynamik gewinnen, sehen sich die Testhersteller hierzulande mit immer weiteren Belastungen konfrontiert", erklärt Dr. Peter Schüßler, Vorsitzender des VDGH.

Im zurückliegenden Jahr hat die sogenannte Laborreform im EBM erhebliche Absenkungen für Laboruntersuchungen in der vertragsärztlichen Versorgung mit sich gebracht. Dies bekommt die Industrie zu spüren. Mit Unverständnis reagiert der VDGH deshalb darauf, dass mit dem angekündigten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz auch noch die Vergütung für Hilfsmittelversorgungen um drei Prozent abgesenkt werden soll. Auch die beabsichtigte Budgetierung von Früherkennung, Mutterschaftsvorsorge und Impfungen irritiert. Diese Leistungen waren bislang explizit von Deckelungen ausgenommen, da ihre Inanspruchnahme gesundheitspolitisch und sozialmedizinisch gefördert werden soll.

Strukturreformen sind unverzichtbar

Die Bundesregierung hat die Medizintechnik im Koalitionsvertrag als Leitwirtschaft anerkannt und vor diesem Hintergrund Ende 2025 den Pharma- und Medizintechnikdialog aufgesetzt. Im zweiten Halbjahr 2026 sollen konkrete Maßnahmen geeint werden, die die Rahmenbedingungen für die industrielle Gesundheitswirtschaft verbessern. Der VDGH begrüßt diese Initiative nachdrücklich und engagiert sich in den eingerichteten Arbeitsgruppen. Bereits heute ist erkennbar, dass Bürokratieabbau und Deregulierung zentrale Handlungsfelder darstellen. Damit richtet sich der Blick insbesondere auf Brüssel und auf die Rahmenbedingungen der Produktzulassung. "Der VDGH sieht in dem Vorschlag der EU-Kommission zur Überarbeitung der europäischen IVD-Verordnung viele gute Ansätze. Bürokratieabbau ist möglich, ohne die Patientensicherheit zu gefährden. Nun ist entscheidend, dass der Rat und das Europaparlament rasch in die Beratungen eintreten und zu Entscheidungen kommen", sagt Schüßler. Für den Pharma- und Medizintechnikdialog in Deutschland wünscht sich der VDGH eine Verstetigung. "Der ressortübergreifende Dialog zwischen Bundesregierung und der Medtech-Branche ist ein großer Gewinn für alle Seiten", so der VDGH-Vorsitzende.

Gesundheitsversorgung weiterentwickeln mit Labordiagnostik

Die Diagnostikbranche kann vielfältige Wertbeiträge für die Reformansätze des deutschen Gesundheitssystems liefern. So steuert beispielsweise die patientennahe Sofortdiagnostik (Point-of-Care-Testing) im Rettungsdienst und in der Notaufnahme maßgeblich die Inanspruchnahme der Versorgungsstrukturen. Bei der geplanten Reform der Notfallversorgung sollte dies als Effizienzfaktor stärker berücksichtigt werden.

Für niedrigschwellige und flächendeckende Versorgungsangebote in Apotheken und in Pflegeeinrichtungen stellt die Diagnostikindustrie Testkonzepte für Risikofaktoren und Früherkennung von Krankheiten zur Verfügung. Des Weiteren ermöglichen Erregertests die schnelle Diagnostik von Infektionen, insbesondere der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes. Ihre Anwendungsmöglichkeiten sollen mit dem geplanten Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz verbessert werden.Eine frühe und präzise Labordiagnostik sichert Therapieentscheidungen und steuert Versorgungsabläufe. Sie nimmt deshalb einen besonderen Stellenwert für die Frage ein, wie ein künftiges Primärversorgungssystem auszugestalten ist. Der VDGH spricht sich dafür aus, in diesem Kontext auch die Potenziale KI-basierter Diagnostik und digitaler Gesundheitsanwendungen einzubeziehen.

Quelle und Kontaktadresse:
(VDGH) Verband der Diagnostica-Industrie e.V., Torsten Kiesner, Pressesprecher(in), Neustädtische Kirchstr. 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 20059940

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