Pressemitteilung | Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH)
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Die Einstiegsqualifizierung: Erfolgreicher Start in die Berufsausbildung

(Berlin) – Die Einstiegsqualifizierung Jugendlicher wurde schneller als jede andere Bildungsmaßnahme zur Erfolgsgeschichte. Bei der Geburt im Jahre 2004 im Rahmen des Ausbildungspakts rümpften viele noch die Nase über die vermeintliche Schmalspur-Ausbildung. Heute sind die Plätze in Handwerksbetrieben sehr begehrt.

Die Einstiegsqualifizierung, kurz EQJ, ist nüchtern gesehen ein Betriebspraktikum, in dem Teile eines anerkannten Ausbildungsberufes erlernt werden. Viele Jugendliche sehen aber viel mehr in einer EQJ: Für Schulabgänger mit schwachen Noten ist sie eine zweite Chance, das Rüstzeug für den Start in eine vollwertige Berufsausbildung zu erlangen, und zwar im Betrieb und nicht auf der Schulbank, der diese Jugendlichen überdrüssig sind. Der Wechsel von der Einstiegsqualifizierung in eine reguläre Ausbildung kann jederzeit erfolgen. Auch stehen die Chancen gut, einen Ausbildungsplatz in einem anderen Betrieb zu finden. Eine erfolgreiche Einstiegsqualifizierung kann auch auf eine nachfolgende Ausbildung angerechnet werden.

Einstiegsqualifizierung im Handwerk
Im Handwerk werden als Einstiegsqualifikation jeweils mehrere Qualifizierungsbausteine kombiniert, die aus dem entsprechenden Ausbildungsberuf abgeleitet sind. Betriebe und Bewerber können auch individuelle Vorstellungen einbringen.

Die Bausteine entsprechen den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes, sind bundeseinheitlich abgestimmt und von der zuständigen Kammer bestätigt. Mittlerweile gibt es über 120 Qualifizierungsbausteine aus 21 der beliebtesten Ausbildungsberufe, die zur Einstiegsqualifizierung verwendet werden können, darunter Friseur, Kraftfahrzeugmechatroniker oder Bäcker.

Die Qualifizierungsbausteine vermitteln handwerkliche Praxis: Die Jugendlichen erlernen die Montage von Fahrzeugteilen, Grundtechniken des Haareschneidens oder die Herstellung von Torten und Desserts. Die unterschiedlichen Bausteine können entsprechend den Arbeitsschwerpunkten zusammengestellt werden. Das ermöglicht die berufliche Qualifizierung von Jugendlichen auch in solchen Betrieben, die aufgrund einer Spezialisierung keinen Ausbildungsberuf in all seinen Facetten vermitteln können.

Zu jedem Baustein existiert ein Qualifizierungsbild, das - vergleichbar einem betrieblichen Ausbildungsplan - als Grundlage für die Ausgestaltung der Einstiegsqualifizierung und die Überprüfung des Lernerfolges dient. Wichtig für die Teilnehmer: Sie bekommen ihren Erfolg schwarz auf weiß mit einem Zeugnis des Betriebs und einem Zertifikat der Handwerkskammer bestätigt.

Bilanz des ersten Jahres
Bis April 2005 wurden im Handwerk insgesamt 4.665 Verträge zur Einstiegsqualifizierung abgeschlossen, knapp ein Drittel mit jungen Frauen. Der Anteil ausländischer Jugendlicher beträgt 8,5 Prozent und liegt damit höher als im Lehrlingsbestand (2003: 5,7 Prozent). Die Zeit im Betrieb kann offenbar das leisten, was die Schule oft nicht mehr schaff: Sprachbarrieren überwinden und Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen integrieren.

Etwa ein Drittel der Verträge entfällt auf die neuen Bundesländer. Das entspricht in etwa dem Anteil der Lehrlingsausbildung in den neuen Ländern. Die Bundesländer Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen weisen überproportionale EQJ-Anteile aus. In Bundesländern mit noch offenen Lehrstellen, wie z. B. Baden-Württemberg und Bayern oder mit einer ausgewogenen Ausbildungsmarktbilanz wie Schleswig-Holstein liegen die EQJ-Anteile unter den Ausbildungsanteilen.

Die betriebliche Akzeptanz der Einstiegsqualifizierung ist hoch: Aus einer Befragung von 638 nordrhein-westfälischen Handwerksbetrieben geht hervor, dass 97 Prozent der Betriebe die Einstiegsqualifizierung positiv bewerten und 84 Prozent im Folgejahr erneut einen Platz anbieten wollen. Und: 60 Prozent der EQJ-Teilnehmer wurden bundesweit in eine betriebliche Ausbildung übernommen.

Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH) Pressestelle Mohrenstr. 20/21, 10117 Berlin Telefon: (030) 20619-0, Telefax: (030) 20619-460

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