DJV gegen Rundfunkfinanzierung nach Zuschauerquote
(Berlin) - Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich dagegen ausgesprochen, die Rundfunkgebühren unter den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nach der Zuschauerquote zu verteilen. Einen entsprechenden Vorschlag hatte Kulturstaatsminister Bernd Neumann am Wochenende in einem Interview mit dem Weserkurier unterbreitet. Aus Sicht des DJV gefährde eine quotenabhängige Rundfunkgebühr den Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nachhaltig. "Es besteht die Gefahr, dass die Sender nur noch Quotenbringer wie etwa Spielfilme und Sportsendungen ausstrahlen", warnte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, "und sich der Mix zwischen Information und Unterhaltung zulasten des Qualitätsjournalismus in ARD und ZDF verschiebt." Außerdem sei für die Berechnung des Gebührenaufkommens nach Zuschauerquoten ein erheblicher Verwaltungsaufwand nötig, der zusätzlich über die Rundfunkgebühren finanziert werden müsse.
Zu der ebenfalls von Neumann erhobenen Forderung nach einem Werbeverbot in den öffentlich-rechtlichen Programmen sagte Konken: "ARD und ZDF müssen auch künftig in der Lage sein, ihren Programmauftrag in vollem Umfang zu erfüllen. Wie das ohne die Einnahmen aus Sponsoring und Werbung funktionieren soll, ist bei der anstehenden Reform der Rundfunkfinanzierung sicherzustellen."
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Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV)
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