Pressemitteilung | Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV) - Bundesgeschäftsstelle
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DJV mahnt Redaktionen zu sorgfältiger Recherche

(Berlin) - Der Deutsche Journalisten-Verband hat an die Redaktionen appelliert, mehr journalistische Sorgfalt anzuwenden und gründlicher zu recherchieren. Anlass ist die getürkte Falschmeldung "BDJ unterstützt Folterforderung von Bundesinnenminister Schäuble" des vermeintlichen Bundes Deutscher Juristen, die am 1. Januar in Teilen offenbar ungeprüft von der Nachrichtenagentur AP übernommen wurde. Daraufhin fand der Text Eingang in die journalistische Berichterstattung mehrerer deutscher Medien. "Das ist mit der journalistischen Sorgfaltspflicht nicht vereinbar", kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Schon auf den ersten Blick hätte klar sein müssen, dass die Pressemitteilung für eine Veröffentlichung ungeprüft ungeeignet war", sagte der DJV-Vorsitzende.

Der Text, der dem DJV vorliegt, enthält keine Kontaktadresse, an die sich recherchierende Journalisten bei Rückfragen wenden können. Die Homepage www.bunddeutscherjuristen.org, auf der die Pressemitteilung zu finden ist, verfügt über kein Impressum, was gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Links auf der Homepage führen ins elektronische Nirwana, und die gesamte Seite wurde erst am 28. Dezember in Scottsdale/Arizona registriert. Darüber hinaus wird bereits in der Überschrift der Pressemitteilung von einer Folterforderung des Bundesinnenministers geschrieben. "Hätte Wolfgang Schäuble die Einführung der Folter in Deutschland gefordert, wäre er längst nicht mehr im Amt", sagte Konken. Diese Fakten seien im Internet zu recherchieren gewesen, also auch am Neujahrsfeiertag, wenn für telefonische Recherchen niemand zu erreichen gewesen sei.

"Es ist ein Gebot der Fairness gegenüber den Lesern, Hörern und Zuschauern, die Panne zu korrigieren und Selbstkritik zu üben", mahnte der DJV-Vorsitzende diejenigen Medien, die auf die Fälschung hereingefallen sind. "Bei der notwendigen Kritik an den Redaktionen zeigt der Fall aber auch einmal mehr", so Konken, "wie berechtigt die Forderung des DJV nach mehr Personal in den Redaktionen ist. Recherche braucht Zeit, die die meisten Redakteurinnen und Redakteure heute nicht mehr haben." Es müsse endlich Schluss sein mit der Sparpolitik zu Lasten des Qualitätsjournalismus.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (djv) Hendrik Zörner, Pressesprecher, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit Pressehaus 2107, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin Telefon: (030) 7262792-0, Telefax: (030) 7262792-13

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