Pressemitteilung | Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV) - Bundesgeschäftsstelle
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DJV-Pressemitteilung zu Döpfners Leitartikel

(Berlin) - Mit deutlichen Worten kritisiert der Deutsche Journalisten-Verband den von Künstlicher Intelligenz verfassten „Welt“- Leitartikel des Springer-Vorstandschefs: „Mathias Döpfner erweist dem Journalismus einen Bärendienst, indem er seinen Kommentar zur Depublizierung des Gastbeitrags von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt durch die FAZ von einer KI schreiben ließ“, sagt DJV- Bundesvorsitzender Mika Beuster.

„Döpfners Botschaft lautet: Wozu noch bezahlter Journalismus, wenn Künstliche Intelligenz selbst leitartikelfähig formulieren kann?“ Döpfner hatte am Wochenende in der „Welt“ einen Leitartikel mit folgendem Zusatz veröffentlicht: „Dieser Text wurde zu hundert Prozent mit KI, genauer von Gemini (Google) generiert. Die Erzeugung dauerte ungefähr eine Sekunde.“ Vollends unübersichtlich wird der Fall durch die Distanzierung eines Springer- Sprechers gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Der Text spiegelt nicht die Meinung von Mathias Döpfner. Der Text soll zum Nachdenken anregen.“
Beuster: „Da soll noch einer mitkommen.“

Beuster erinnert in dem Zusammenhang an die DJV-Positionen zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Journalismus vom April 2023: „Kein Ersatz menschlicher Leistung – so lautet damals wie heute unsere Kernforderung. Zum einen stehen redaktionelle Arbeitsplätze auf dem Spiel, wenn Kollege Roboter in die Tasten haut. Zum anderen geht es auf Dauer um nichts geringeres als die Glaubwürdigkeit des Journalismus.“ Sie sei auch für die Bilanzen der Medienunternehmen ein wichtiger Aktivposten.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV) - Bundesgeschäftsstelle, Torstr. 49, 10119 Berlin, Telefon: 030 7262792-0

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