Pressemitteilung | DWA - Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.
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DWA-Gewässerentwicklungspreis für die Renaturierung der Großen Mittweida in Schwarzenberg / Belobigungen für Projekte in Arnsberg und Traunstein

(Hennef) - Mit dem nach 2007 zum zweiten Mal vergebenen Gewässerentwicklungspreis der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) werden die Renaturierung und der Hochwasserschutz an der Großen Mittweida in Schwarzenberg (Sachsen) ausgezeichnet. Angrenzende Wohngebiete der Stadt Schwarzenberg wurden früher von der Großen Mittweida aufgrund ungünstiger morphologischer Verhältnisse regelmäßig durch Hochwasserereignisse großflächig überflutet. Zeitgemäße Hochwasserschutzmaßnahmen im urbanen Bereich wurden vorbildlich mit den Zielen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie verknüpft, die unter anderem eine Gewährleistung der ökologischen Durchgängigkeit sowie einen naturnahen Zustand von Gewässer und Ufer vorsieht. Weiterhin werden zwei Belobigungen ausgesprochen für die naturnahe Gewässerentwicklung der Ruhr in der Stadt Arnsberg sowie die Förderung der Eigendynamik und der Umweltbildung am Grundbach in der Stadt Traunstein. DWA-Präsident Otto Schaaf: "Die Jury war begeistert, zwischen 30 qualifizierten Vorschlägen auswählen zu können. Dies zeigt den hohen Stellenwert der Renaturierung deutscher Gewässer."

Hochwasserschutz an der Großen Mittweida als gelungene Symbiose von zeitgemäßem Gewässerausbau, Natur und Mensch

Aufgrund der vorherrschenden morphologisch ungünstigen Verhältnisse an der Großen Mittweida in Schwarzenberg trat diese besonders beim Hochwasser 2002, aber auch bei kleineren Hochwässern, über die Ufer und verursachte eine großflächige Überflutung der bestehenden Schutzgüter. Ziel der Maßnahme war ein zeitgemäßer Hochwasserschutz, der neben Flusskorrekturen und wasserbaulichen Veränderungen auch die Schaffung von Naturnähe und Naturschutz durch ingenieurbiologische Maßnahmen vorsah. So wurden zusätzlich zum Hochwasserschutz eine Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit sowie eine Verbesserung der Gewässerstruktur erreicht. Ökologische und fischereifachliche Aufwertung erfuhr das Gewässer durch die Herstellung naturnaher Sohl- und Uferstrukturen. Letztlich wurde auch die Verbesserung des Wohnumfeldes und des Stadtbildes durch Zugangs- und Verweilmöglichkeiten entlang der Großen Mittweida angestrebt und erreicht. Die Planung des Projekts wurde Ende 2003 begonnen, die Realisierung erfolgte von September 2006 bis Dezember 2007. Otto Schaaf, Präsident der DWA, lobt das Projekt als vorbildlich: "Hier wird eindrucksvoll gezeigt, wie sich eine Symbiose zwischen Hochwasserschutz, der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und 'Wohlfühlen am Fluss' unter Beteiligung aller betroffenen Bereiche verwirklichen lässt." Entsprechend dem Anlass wird der Preis ein "Denkmal" in Form eines Findlings sein, der zu einem späteren Zeitpunkt, mit einer entsprechenden Hinweistafel versehen, an einer exponierten Stelle am Gewässer aufgestellt wird.

Die Arnsberger Ruhr fit für die Zukunft machen - aktivieren, erleben, schützen

Die Stadt Arnsberg führt seit 2003 Renaturierungsmaßnahmen an der Ruhr und ihren Nebengewässern durch. Bis 2009 wurden 16 Maßnahmenpakete umgesetzt, fünf weitere sind in der Planung bis 2011. Hierzu wurden bislang ein Wehr und mehrere Sohlschwellen entfernt und drei Fischaufstiegsanlagen errichtet, drei weitere Fischtreppen wurden von privaten Wasserkraftbetreibern angelegt. Die bis 2009 renaturierten Abschnitte umfassen eine Gesamtfließstrecke von fünf Kilometern, bis 2011 sollen noch 2,4 Kilometer Gewässerverlauf renaturiert werden. Das Projekt zeichnet sich durch zahlreiche Synergieeffekte aus: Verbesserung der Naherholung und Erhöhung der touristischen Attraktivität, positiver Einfluss auf das Stadtbild und die Stadtentwicklung ("Leben am Wasser"), Hochwasserschutz und Geschiebemonitoring sowie Nutzung des Aushubmaterials zur Erhöhung eines Lärmschutzwalls.

Förderung der Eigendynamik und der Umweltbildung am Grundbach in der Stadt Traunstein

War der Grundbach zuvor ein mit Holzlängsverbau begradigtes Gerinne, strukturarm und mit gleichmäßiger Breite, so konnte nach Beendigung der Maßnahmen eine hohe Eigendynamik des Gewässers mit naturnahen Strukturen und einer verbesserten Wasserrückhaltefähigkeit festgestellt werden. Im Rahmen der wasserbaulichen Maßnah­men wurden Dreieckssporne aus Holzpflöcken eingebaut und diese mit Weidenflechtwerk stabilisiert. Anschließend wurden diese mit Grabungsmaterial aufgefüllt und mit Großseggen und Roterlen bepflanzt. Sämtliche Arbeiten wurden von Schülern der ansässigen Grund- und Hauptschulen unter fachlicher Anleitung durchgeführt. Dieses Vorgehen ermöglichte es, vor, während und nach den Arbeiten einen praxisbezogenen Unterricht im Lernfeld Umweltbildung ("Gewässer unter der Lupe") durchzuführen. Die eigentlichen wasserbaulichen Arbeiten wurden 2006 und 2008 nach entsprechender Vorbereitung an drei Tagen durchgeführt.

Die Belobigten erhalten eine Urkunde und eine entsprechende Tafel. Andere Städte können von den Erfahrungen profitieren und in ähnlicher Weise ihren Bürgerinnen und Bürgern ihre Gewässer näher bringen.

Quelle und Kontaktadresse:
DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. Pressestelle Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef Telefon: (02242) 8720, Telefax: (02242) 872135

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