Pressemitteilung | (bvse) Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
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Eingeschränkte Recyclingfähigkeit von biologisch abbaubaren Kunststoffen / Von Dr. Thomas Probst, bvse-Referent für Kunststoffrecycling

(Bonn) - Nur eine eingeschränkte Recyclingfähigkeit kann der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. den so genannten Biokunststoffen attestieren.

Es scheint trendy zu sein, über biologisch abbaubare Kunststoffe zu reden. Wer aber glaubt, dass diese Kunststoffart besondere ökologische Vorteile hat, bei dem macht sich beim Blick hinter die Kulissen schnell Ernüchterung breit, denn der Trend immer mehr biologisch abbaubare Kunststoffe für Verkaufsverpackungen einzusetzen, findet beim Recycling schnell seine Grenzen.

So sind die gebräuchlichen Bio-Kunststoffe nicht oder nur schlecht kompostierbar. Das gilt jedenfalls, wenn es um die Eigenkompostierung geht. Selbst nach langen Zeiträumen zersetzen sich diese Kunststoffe kaum. Leider gilt dies nicht nur bei der Eigenkompostierung umweltbewusster Bürgerinnen und Bürger, sondern auch bei anderen professionellen Verfahren, wie beispielsweise den Biogas-Anlagen. Auch in diesen Anlagen zersetzen sich die Biokunststoffe nicht.

Fazit: Gerade die biologische Abbaubarkeit der Bio-Kunststoffe erfolgt meistens nicht. Dies ist auch ein Grund, warum die Kommunen ihre Bürgerinnen und Bürger auffordern, die Kunststoffe in die Restmülltonne und keinesfalls in die Biotonne zu geben.

Bio-Kunststoffe sind jedoch nicht nur in puncto der eigenen stofflichen Verwertungsmöglichkeit begrenzt, sie behindern auch das erfolgreiche werkstoffliche Kunststoffrecycling. Wenn dieses Material nämlich in den "Gelben Sack" gelangt und sich mit normalen Kunststoffen vermischt, lösen sich diese Substanzen bei den notwendigen Wasch- und Aufbereitungsprozessen auf und mindern so auch noch die Materialqualität der herkömmlichen Kunststoffe.

Im Grunde können Bio-Kunststoffe tatsächlich nur der Beseitigung in Müllverbrennungsanlagen zugeführt werden. Alternativen zur Beseitigung sind allenfalls die Heißkompostierung oder die Aufbereitung zu Ersatzbrennstoffen. Ob diese beiden Verwertungsalternativen allerdings das positive Image der Biokunststoffe rechtfertigen, bleibt dahingestellt.

Quelle und Kontaktadresse:
bvse Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. Jörg Lacher, Leiter, Politik und Kommunikation Hohe Str. 73, 53119 Bonn Telefon: (0228) 988490, Telefax: (0228) 9884999

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