EuroSkills 2008: Fünf Nachwuchshandwerker wollen Europameister werden
(Berlin) - Fünf junge Handwerker greifen bei den Berufseuropameisterschaften nach der Goldmedaille! Bei den EuroSkills vom 18. bis 20. September in Rotterdam messen sie sich mit dem Nachwuchs aus ganz Europa. In 50 Berufen treten Facharbeiter, Lernende und Absolventen der Berufsbildungssysteme unterschiedlicher Nationen gegeneinander an, um sich in Kompetenz und Leistung zu messen. Den Gewinnern winken Gold-, Silber- oder Bronzemedaillen.
EuroSkills wird erstmals im September 2008 angeboten und soll künftig alle zwei Jahre stattfinden. Der Wettbewerb dient als Plattform, um die Attraktivität der beruflichen Ausbildung europaweit zu steigern. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. (ZDH) ist gemeinsam mit der Initiative SkillsGermany Mitglied im Organisationsgremium und betreut die Handwerksberufe. Die Teilnahme des Deutschen Handwerks wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert.
Das Deutsche Team besteht aus 15 jungen Erwachsenen im Alter von 17 bis 25 Jahren. Darunter die Handwerker Toni Weber, Kälteanlagenbauer aus Schwalmtal (Kreis Viersen), Dennis Wolf, Fliesenleger aus Hude (Kreis Oldenburg), Frank Bertsch, Maler und Lackierer aus Lichtenstein (Kreis Reutlingen), Dominique Rommerskirchen, Zweiradmechaniker aus Ehrenkirchen (Breisgau) und Andreas Nitschmann, Kfz-Mechatroniker in Köln.
"zdh-inform" portraitiert die jungen Handwerker. Alle streben den Meisterbrief oder ein Studium an. Einer hat den Meister schon mit 21 Jahren!
Deutscher Kälteanlagenbauer will europäische "Krone"
Toni Weber (23) Kälteanlagenbauer aus Schwalmtal, Kreis Viersen im Regierungsbezirk Düsseldorf
Toni Weber greift nach der europäischen Krone! Bei den Europameisterschaften der jungen Berufstätigen, den EuroSkills, will er sich beweisen. Ein Platz unter den ersten Fünf sollte schon möglich sein, sagt Weber. Er ist vorsichtig, denn noch weiß er nicht, welche Aufgabe ihn erwartet. In der Einladung waren lediglich die notwendigen Werkzeuge aufgelistet. Ich werde wohl eine Anlage bauen müssen, beschreibt er seine Erwartungen.
Ausbildung im Handwerk? Dazu hat Toni Weber von Anfang an begeistert Ja gesagt. Sein Beruf: Kälteanlagenbauer. Damit habe ich beste Berufsaussichten, so der 23-Jährige. Zumal die Ausbildung in Deutschland im europäischen Vergleich sehr gut ist. Und auch Toni Weber ist sehr gut das hat er 2006 im bundesweiten Wettbewerb der Handwerksjugend mit einem zweiten Platz in seinem anspruchsvollen Beruf bewiesen.
Und jetzt ein guter Platz bei den Berufs-Europameisterschaften das ziert den Lebenslauf, weiß Weber. Aber alleine darauf möchte er sich nicht verlassen. Er büffelt für die Meisterprüfung. Am Jahresende soll der Meisterbrief an der Wand hängen. Damit gehört Toni Weber dann sowieso zu den Besten.
Tulpen für Rotterdam
Dennis Wolf (21) Fliesenleger aus Hude, Landkreis Oldenburg
Der Weg zur Europameisterschaft 2008 führt in Holland für die Fliesenleger natürlich über eine Tulpe. Tulpen für Rotterdam sind im Vorentscheid gefragt. "Das ist ziemlich aufwendig und die Zeit ist eng", so der deutsche Teilnehmer Dennis Wolf. "Die Fliesen müssen auf Ecke geschnitten werden, es darf nichts abbrechen und dann müssen sie gerade an die Wand", beschreibt er die Aufgabe. Im Hauptwettbewerb sollen die jungen Fliesenleger dann auch eine Fläche frei gestalten. "Da ist Kreativität gefragt", sagt Wolf.
Der Herausforderung Europameisterschaft kann er sich selbstbewusst stellen. In diesem Frühjahr hat der 21-Jährige bereits die Meisterprüfung erfolgreich abgeschlossen dank der Begabtenförderung. Sein Können hat er auch zuvor schon bewiesen: 2006 ist er Deutscher Meister geworden. Bei der Qualifikation für die EuroSkills hat er sich gegen den Bundessieger aus dem Jahr 2007 durchgesetzt.
Für seinen Beruf begeistert er sich schon von klein an. Als Kind half er viel seinem Onkel, der selbst Fliesenleger ist. "Durch ein Praktikum habe ich dann richtig Spaß am Beruf gefunden", erklärt Wolf. "Der Meisterbrief öffnet mir nun alle Wege."
Malerarbeiten "Made in Germany"
Frank Bertsch (20) Maler und Lackierer aus Lichtenstein im Kreis Reutlingen
Lackieren, Tapezieren, Freihandmalen, Schablonieren, Farben mischen, Klebetechnik, freie Gestaltungstechnik in all diesen Fertigkeiten werden sich die Nachwuchsmaler bei den Europäischen Berufsweltmeisterschaften messen. Frank Bertsch ist einer von ihnen.
Seit Juli bereitet sich der 20-Jährige intensiv auf den Wettkampf vor im Berufsalltag und nach Feierabend. "Es ist jeden Tag Training angesagt", berichtet Bertsch. "Meine Stärken könnten Exaktheit und Genauigkeit sein. Made in Germany eben", schätzt er seine Chancen ein. Sollte es mit einem Sieg nicht klappen, zählt für ihn aber vor allem dabei gewesen zu sein. "Das ist eine Erfahrung, die bekommt man nicht noch einmal", meint Bertsch und freut sich auf den Austausch mit den internationalen Kollegen.
Bis dahin heißt es für ihn noch dreimal in der Woche zur Meisterschule gehen und zwei Tage im elterlichen Betrieb arbeiten. Mit seinem Vater bildet er ein "eingespieltes Duo". Im Juli nächsten Jahres will er dann den Meisterbrief an die Wand hängen können. Der Meister ist immer schon sein Ziel gewesen. "Wenn man hinter seinem Beruf steht und das tue ich dann gehört der Meister dazu".
"Mit dem Gesellenbrief hat alles angefangen", erinnert sich Bertsch. "Dann wurde ich Landessieger und Bundessieger im Berufswettbewerb der Handwerksjugend. Jetzt geht es zur Europameisterschaft." Mal sehen, was nach dem Meisterbrief noch alles auf den jungen Maler wartet.
Von der Schulbank zur Europameisterschaft
Dominique Rommerskirchen (24) Zweiradmechaniker aus Ehrenkirchen im Breisgau
"Dabei sein zählt!" Mit dieser Devise fährt Dominique Rommerskirchen Mitte September zu den EuroSkills, den Berufs-Europameisterschaften, nach Rotterdam. Für den gelernten Zweiradmechaniker steht der Spaß am Wettbewerb mit Kollegen aus ganz Europa im Vordergrund. Aber auch der Ehrgeiz kommt nicht zu kurz: "Ich will natürlich schon was erreichen!", so Rommerskirchen. Die besten Voraussetzungen für einen Erfolg bringt er mit: "Kammer-, Landes- und Bundessieger wurde ich 2007 schon", kann er stolz berichten.
Der Vater, selbst Zweiradmechanikermeister, würde sich über ein gutes Abschneiden des Sohnes besonders freuen. "Er ist fast noch mehr Feuer und Flamme als ich." Kurz nach der Ausbildung hat der 24-Jährige sich bereits selbständig gemacht. Die Werkstatt teilt er sich mit seinem Vater. Aufträge bekommt er vor allem übers Internet. "Eine eigene Internetseite gehört im Handwerk heute einfach dazu", meint er.
Zusammen mit einem Grafikdesigner spezialisiert Rommerskirchen sich gerade auf Rahmendesign von Mountainbikes. Und das praktisch nebenher tagsüber drückt er die Schulbank. "Fachhochschulreife und 2009 dann ein Studium Fachrichtung Maschinenbau", legt er seine Pläne offen. Beim Studium kann er von seinen Erfahrungen profitieren. "Gerade die Praxisnähe fehlt den klassischen Schulabgängern ja", so Rommerskirchen. Vielleicht kann er sich durch seine Selbständigkeit sogar das Praxissemester sparen, hofft er. Und außerdem lässt sich das Studium finanzieren.
Der Meister-Schrauber aus Erftstadt
Andreas Nitschmann (22) Kfz-Mechatroniker aus Erftstadt, Regierungsbezirk Köln
Der deutsche Teilnehmer an den EuroSkills 2008 in der Disziplin Leichtkraftfahrzeugtechniker ist Andreas Nitschmann aus Erftstadt. Der 22-Jährige Kfz-Mechatroniker macht gerade seine Meisterausbildung und arbeitet in der Toyota-Deutschland-Werkstatt in Köln. Bei Toyota ist er bereits seit 2003, wo er seine Ausbildung begann und 2007 erfolgreich abschloss. Nitschmann tritt für den Bereich Transport und Logistik an.
Der angehende Meister freut sich auf den Wettbewerb und bereitet sich zielgerichtet vor: Nach der Arbeit habe ich öfters an ein paar Modellen rumgeschraubt und die Aufgaben geübt. Und ein paar Mitarbeiter aus dem Training haben auch alles noch einmal mit mir durchgespielt. Nitschmann will auf jeden Fall alles geben und meint: Ein Platz auf dem Treppchen wäre schon super.
Kostenlose Handwerksbilder zum Download unter www.amh-online.de.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH)
Alexander Legowski, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mohrenstr. 20/21, 10117 Berlin
Telefon: (030) 20619-0, Telefax: (030) 20619-460
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