Ex-Frau und Kind in Hamburger S-Bahnhof getötet
(Berlin) - Deutsche Kinderhilfe: Rund jedes vierte gewaltsam zu Tode gekommene Kind in Deutschland stirbt in Zusammenhang mit einer Trennung oder einem Streit ums Sorge- oder Umgangsrecht.
Es ist wieder einmal passiert: Gestern wurden im Bahnhof Jungfernstieg in Hamburg ein Kleinkind und seine Mutter anscheinend in Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit getötet.
Bereits im Jahr 2013 hatte eine Analyse ergeben, dass rund jedes vierte gewaltsam zu Tode gekommene Kind in Deutschland in Zusammenhang mit einer Trennung seiner Eltern und/oder einem Sorge- bzw. Umgangsrechtsstreit getötet wurde. Rund 65 Prozent der Täter waren Männer, rund 35 Prozent Frauen. Rund 50 Prozent begingen oder versuchten in diesem Zusammenhang einen sogenannten erweiterten Suizid.
"Wir brauchen mehr Sensibilität in Bezug auf die Möglichkeit eskalierender Gewalt bei der Arbeit mit den betroffenen Elternteilen, z.B. bei der Klärung durch das Jugendamt, wer im Falle einer Trennung das Sorgerecht erhalten soll. Wir brauchen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Jugendämtern, Interventionsstellen und Polizei standardisierte Risikoanalyse-Systeme, um dem zuständigen Familiengericht professioneller Hinweise auf erkannte Risiken in dieser Krisenzeit geben zu können. Familiengerichte sollten in allen Zweifelsfällen Begutachtungen potentiell gefährlicher Erziehungspersonen anordnen, um so Gefahren für die Kinder und den anderen Elternteil so weit wie möglich ausschließen zu können", fordert Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe e.V.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutsche Kinderhilfe e.V.
Rainer Becker, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender
Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Telefon: (030) 24342940, Fax: (030) 24342949
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