Pressemitteilung | Verbraucherzentrale Sachsen e.V.
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Fakeshops bekämpfen: Verbraucher-zentrale Sachsen begrüßt VSMK-Beschluss

(Leipzig) - Die diesjährige Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) in Potsdam hat einen Beschluss zur Bekämpfung von Fakeshops gefasst. Bereits in den Jahren 2019 und 2025 war ein Vorgehen gegen Fake-Shops Thema der VSMK. Die Verbraucherzentrale Sachsen begrüßt den erneuten Beschluss ausdrücklich.

Die Verbraucherschutzminister*innen der Länder fordern gemeinsam einen nationalen Aktionsplan, eine stärkere Identitätsprüfung bei der Domainregistrierung sowie schnellere Abschaltmöglichkeiten für betrügerische Webseiten. Das sind die richtigen Forderungen, die es nun zügig umzusetzen gilt.

Betrügerische Online-Shops richten jährlich Schäden in Millionenhöhe an. Fakeshops locken mit bekannten Marken, professionellen Designs und vermeintlichen Schnäppchenpreisen. Wer dort bestellt, zahlt häufig per Vorkasse und erhält entweder keine Ware oder minderwertige Fälschungen. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands ist bereits jeder achte Online-Shopper in Deutschland auf einen Fakeshop hereingefallen.

Aktuell zeigt sich das Phänomen besonders deutlich rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Zahlreiche Shops werben mit angeblich offiziellen Nationalmannschaftstrikots zu unrealistisch niedrigen Preisen. Besonders vertrauenswürdig wirken dabei häufig Internetadressen mit der Endung „.de“. „Doch das hat nichts zu bedeuten“, sagt Stefanie Siegert, Digitalexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen stuft entsprechende Angebote wie sky-trikot-shop.de als kritisch ein.

Der kostenlose Fake-Shop-Finder wurde bereits mehr als elf Millionen Mal genutzt und identifiziert monatlich rund 1.800 neue betrügerische Online-Shops. Für einen wirksamen Verbraucherschutz reicht das allein jedoch nicht.

Mit dem NIS2-Umsetzungsgesetz sind die DENIC als Registry und akkreditierte Registrare seit Dezember 2025 verpflichtet, die Inhaberangaben bei .de-Domains zu prüfen. Diese Validierung ersetzt jedoch keine rechtssichere Identitätsprüfung und bestätigt nicht, dass die angegebene Person tatsächlich hinter der Domain steht. Die Verbraucherzentrale Sachsen, beobachtet zudem weiterhin, dass betrügerische Shops unter deutschen Domains registriert sind. Ob und in welchem Umfang die neuen Vorgaben wirken, wurde bislang nicht öffentlich ausgewertet.

Die Verbraucherzentrale Sachsen unterstützt den VSMK-Beschluss und bekräftigt die darin enthaltenen Forderungen:
• NIS2-Umsetzung evaluieren: Die Bundesregierung muss bis Mitte 2027 transparent darlegen, wie viele .de-Domains seit Inkrafttreten der neuen Regelungen aufgrund falscher oder fehlender Inhaberdaten gelöscht wurden und wie wirksam die DENIC-Prüfverfahren sowie Prüfverfahren der Registrare bei der Bekämpfung von Fakeshops sind.
• Schnellere Abschaltungen ermöglichen: Das von der VSMK vorgeschlagene „Notice and Action“-Verfahren nach belgischem Vorbild muss auch bei der DENIC sowie bei Registraren eingeführt werden. Domains mit eindeutigen Betrugsmerkmalen müssen innerhalb kürzester Fristen gesperrt werden können, ohne dass eine gerichtliche Entscheidung abgewartet werden muss.
• Strafverfolgung konsequent gestalten: Fakeshop-Betrug ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Innenpolitisch braucht es klare Zuständigkeiten und eine effektive, länderübergreifend koordinierte Strafverfolgung.
• Werbung abschalten: Suchmaschinen und soziale Netzwerke dürfen nicht länger Werbung für Fakeshops schalten. Der Bund muss sich auf EU-Ebene für wirksame Abschaltverpflichtungen der Plattformen einsetzen.

„Der VSMK-Beschluss ist ein wichtiges Signal. Jetzt müssen Taten folgen. Solange betrügerische Shops nach einer Abschaltung binnen Tagen unter neuer Domain wieder online sind, ist Verbraucherschutz nur auf dem Papier wirksam", sagt Siegert.

Quelle und Kontaktadresse:
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Katharinenstr. 17, 04109 Leipzig, Telefon: 0341 696290

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