Pressemitteilung | Virchowbund - Verband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
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Familienfeindliche Strukturen bremsen berufliche Entwicklung junger Ärztinnen

(Berlin) - Mit der zunehmenden Feminisierung des Arztberufes befasste sich der Landesgruppenvorstand Berlin-Brandenburg des NAV-Virchow-Bundes auf seiner Sitzung am 21. Juli 2009. Im Ergebnis der Diskussion und mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl formulierten die Vorstandsmitglieder folgende Forderung:

Ein Medizinstudium ist sowohl für die Gesellschaft als auch für den Einzelnen mit beträchtlichem Aufwand verbunden. Die Gesellschaft kann es sich unter ökonomischen und demografischen Gesichtspunkten nicht leisten, derartige Investitionen in irgendeiner Art und Weise zu vergeuden.

Für eine zunehmende Zahl weiblicher Absolventen des Medizinstudiums ist es - trotz der Möglichkeiten, die das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VändG) eröffnet - nur schwer oder überhaupt nicht möglich, ihre berufliche Tätigkeit in der Niederlassung mit den familiären Anforderungen (Kinder) unter einen Hut zu bringen. Familienfeindliche Bedingungen im gesellschaftlichen Umfeld der beruflichen Tätigkeit von jungen Ärztinnen, vor allem fehlende Kindertageseinrichtungen, verhindern derzeit häufig, dass die ärztliche Tätigkeit im gewünschten Ausmaß ausgeübt werden kann bzw.
reduzieren die Karrierechancen. Die Betreuung der Kinder sollte beispielsweise durch Verlängerung der Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen mehr als bisher auf die Bedürfnisse der berufstätigen Frauen abgestimmt werden.

Aus diesem Grunde fordern die Mitglieder des Landesgruppenvorstandes von der zukünftigen Bundesregierung, Verhältnisse zu schaffen, die es den jungen Ärztinnen erlauben, die Doppelaufgabe zu bewältigen. Die diesbezüglichen Vorhaben der derzeitigen Bundesfamilienministerin (KiföG) sollten deshalb auch für die künftige Bundesregierung wesentliche Kernpunkte der Arbeit bleiben. Es muss unbedingt daran festgehalten werden, dass bis zum Jahr 2013 bundesweit im Durchschnitt für jedes dritte Kind unter drei Jahren ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht (davon rund ein Drittel in der
Kindertagespflege) und jedes Kind mit Vollendung des ersten Lebensjahres einen Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder in der Tagespflege erhält.

Für den NAV-Virchow-Bund stellt sich die Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass freiberufliche Tätigkeit auch in der Zukunft für Ärztinnen möglich sein wird. Nur vor diesem Hintergrund wird es gelingen, die Benachteiligungen junger Ärztinnen im ambulanten Gesundheitssektor aufzuheben und die Feminisierung der Medizin auch als große Chance für die Patienten und unser Land zu begreifen.

Quelle und Kontaktadresse:
NAV-Virchow-Bund Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Bundesgeschäftsstelle Berlin Klaus Greppmeir, Hauptgeschäftsführer Chausseestr. 119b, 10115 Berlin Telefon: (030) 2887740, Telefax: (030) 28877413

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