Flugbuchungen im Internet: Preisangaben immer noch intransparent / Verbraucherzentrale Bundesverband mahnt neun Unternehmen ab
(Berlin) - Zahlreiche Fluggesellschaften haben die seit November 2008 geltenden kundenfreundlichen EU-Vorschriften für Flugbuchen im Internet noch nicht umgesetzt. Neun Fluggesellschaften hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) abgemahnt und sie aufgefordert, Preise transparent darzustellen und auf Voreinstellungen zu verzichten. "Lange genug wurden die Verbraucher mit versteckten Preisangaben in die Irre geführt. Damit muss jetzt endlich Schluss sein", erklärt Vorstand Gerd Billen.
Mit den Verfahren will der Verbraucherzentrale Bundesverband Druck auf die Fluggesellschaften ausüben, ihre Preisgestaltung schnell dem neuen Rechtsrahmen anzupassen. Tuifly hat seine Seiten inzwischen geändert, Condor will dies bis Ende Januar tun, EasyJet bis Ende März. Germanwings hat nur einige Voreinstellungen geändert. Gegen Intersky Luftfahrt, Ryanair, eDreams und Air Malta laufen die Mahnverfahren noch. Reagieren diese Unternehmen nicht, droht ihnen wie Air Berlin eine Klage der Verbraucherschützer. Das Unternehmen hatte die vom Verbraucherzentrale Bundesverband gesetzte Frist ohne Anpassung ihrer Webseite verstreichen lassen.
Wissen, was die Reise kostet
Die im November 2008 von der Europäischen Union (EU) erlassene Verordnung EG Nr. 1008/2008 betrifft drei Bereiche: Erstens muss der Endpreis alle zwingenden Kosten, wie Steuern, Gebühren und sonstigen Entgelte, enthalten. Zweitens sind Zusatzkosten, beispielsweise Kreditkartengebühren, zu Beginn des Buchungsvorganges deutlich darzustellen. Drittens sind Voreinstellungen, zum Beispiel für eine Reiseversicherung, unzulässig. Gegenstand der Beanstandungen auf den Webseiten der Fluggesellschaften waren insbesondere unzulässige Voreinstellungen für Versicherungen und unzureichende Endpreisangaben. "Was die Reise kostet muss auf einen Blick klar sein. Dann wird sich zeigen, dass man im Normalfall nicht zum Taxipreis in den Urlaub fliegen kann", erklärt Billen.
Flugreisen werden für Verbraucher immer teurer
Mit versteckten Preisen hatten die Fluggesellschaften in den vergangenen Jahren den Eindruck erweckt, Fliegen sei besonders günstig. Tatsächlich ist der Flugverkehr für die Verbraucher stetig teurer geworden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die durchschnittlichen Ticketpreise für Individualreisende gegenüber dem Jahr 2005 um über 20 Prozent. Zwischen 2000 und 2005 hatten die Preise sogar um 30 Prozent zugelegt. Trotzdem boomt der deutsche Flugmarkt: Im Jahr 2007 starteten oder landeten auf deutschen Flughäfen 163,5 Millionen Passagiere. Das waren 9,6 Millionen oder 6,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Quelle und Kontaktadresse:
vzbv Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Pressestelle
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Telefon: (030) 258000, Telefax: (030) 25800218
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