Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall
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Gemeinsame Erklärung des Gesamtbetriebsrates der Siemens AG und der IG Metall / IG Metall und Gesamtbetriebsrat kritisieren Pläne für Siemens IT Solutions and Services

(Frankfurt am Main) - Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat der Siemens AG lehnen die heute (18. März 2010) vorgelegten Restrukturierungspläne der Siemens AG für den Bereich Siemens IT Solutions and Services (SIS) entschieden ab. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren, dass trotz ihrer wiederholten, nachdrücklichen Forderungen kein tragfähiges wirtschaftliches Konzept für SIS existiert. Zudem befürchten wir, dass die aktuellen Pläne nur die jahrelange Abfolge von Restrukturierungen fortsetzen, die vor allem aus Kostensenkungen bestehen.

Dieter Scheitor, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Siemens und Mitglied des Aufsichtsrates: "Die SIS-Beschäftigten leisten seit über drei Jahren ihren Beitrag zur Kosteneffizienz. Trotzdem hat es weder grundlegende Veränderungen im Management noch ein tragfähiges Konzept gegeben. Den Versuch, diese Versäumnisse mit einer neuen Sparrunde zu kompensieren, lehnen wir ab."

Lothar Adler, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats und Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG, kritisiert darüber hinaus: "Die ungeklärte Zukunft von über 2.000 Beschäftigten, die nicht in die künftige SIS wechseln, ist für uns nicht hinnehmbar. Diese Arbeitsplätze einfach abzuwickeln, wird der Verantwortung von Siemens für überwiegend langjährige Mitarbeiter in keiner Weise gerecht."

Hinzu kommen große Bedenken der Arbeitnehmerseite hinsichtlich der von Siemens angestrebten zeitlichen Abfolge der Maßnahme. Bis zum geplanten Ausgliederungszeitpunkt am 1. Juli 2010 lässt sich die im Vorfeld zwingend erforderliche Zuordnung zu den betrieblichen Einheiten keinesfalls umsetzen.

Die Siemens AG hat den Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrats in einer Sondersitzung am 18. März über ihre Pläne unterrichtet, den Bereich Siemens IT Solutions and Services (SIS) grundlegend zu restrukturieren. Von derzeit etwa 9.700 Beschäftigten der SIS einschließlich ihrer Tochterunternehmen in Deutschland sollen zirka 7.500 zum 1. Juli 2010 aus der Siemens AG ausgegliedert und später in ein Unternehmen mit eigener Rechtsform und angeblich vereinfachten Strukturen überführt werden. Bei der Siemens AG sollen über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbleiben, deren Arbeitsplätze zusammen mit weltweit weiteren 2.200 der insgesamt rund 35.000 Stellen entfallen sollen.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall Vorstand (IG Metall) Pressestelle Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt am Main Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843

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