Geplante Fernsehrichtlinie gefährdet Kinder- und Jugendschutz / vzbv warnt vor negativen Folgen eines "offenen Fernsehhimmels" und fordert Abkehr vom Herkunftslandprinzip
(Berlin) - Vor einem drohenden Eingriff in den Kinder- und Jugendschutz durch die Revison der europäischen Fernsehrichtlinie hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gewarnt. "Eine Umsetzung der Richtlinie in der vorliegenden Fassung würde den Jugendschutz in Deutschland um Jahre zurückwerfen", sagte vzbv-Medienexperte Michael Bobrowski heute bei einem Expertengespräch beim Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. TV-Anbieter aus Ländern mit niedrigen Schutzstandards könnten Filme und Programme in Deutschland ausstrahlen, die gegen hier geltendes Jugendschutzrecht verstoßen. Der vzbv spricht sich daher für eine Abkehr vom so genannten Herkunftslandprinzip in der Richtlinie aus.
Der vzbv fordert die EU-Kommission auf, den Jugendschutz auch in einem liberalisierten europäischen Fernsehmarkt fest zu verankern. Für ausländische TV-Anbieter müssten die Gesetze jenes Landes gelten, in dem ihre Inhalte empfangen werden können. "Im Bereich Kinder- und Jugendschutz hat das Herkunftslandprinzip nichts zu suchen", so Michael Bobrowski. "Es darf nicht sein, dass man dieses wichtige Thema am niedrigsten Niveau innerhalb der EU ausrichtet." Unterstützung in seiner Forderung erhält der vzbv in einer gemeinsamen Stellungnahme vom Deutschen Familienverband, dem Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland e.V. (IVD), dem Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BdWi) sowie dem Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE).
In den vergangenen Jahren wurde in Deutschland im europäischen Vergleich ein Jugendmedienschutz auf hohem Niveau geschaffen, der Kinder und Jugendliche vor jugendgefährdenden Medien und entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten bewahren soll. "Das Erreichte gilt es zu sichern und weiter auszubauen", fordert der vzbv. Bereits heute ließe sich in Deutschland beobachten, wohin ein "offener Fernsehhimmel" führen könne: Pornographische oder Gewalt verherrlichende Programme aus anderen Ländern sind schon heute unverschlüsselt via Satellit zugänglich.
Wiederholt hatte der vzbv auch in anderen Punkten die Vorschläge der EU-Kommission für die revidierte Richtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" kritisiert. So warnt er vor allem vor einer Freigabe von Product Placement im Fernsehen. Auch Journalistenverbände, Zeitungsverleger und die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender in Deutschland sehen in dem Vorhaben der EU-Kommission eine Gefahr für die journalistische Unabhängigkeit und die Glaubwürdigkeit der Medien.
Quelle und Kontaktadresse:
vzbv Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Carel Mohn, Pressesprecher, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Markgrafenstr. 66, 10969 Berlin
Telefon: (030) 258000, Telefax: (030) 25800218
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