Gesundheitsreform: Apotheker warnen vor Risiken und Nebenwirkungen
(Berlin) - Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, kritisiert den Referentenentwurf zum Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der GKV (WSG). "Die Maßnahmen lösen für Apotheker einen ruinösen Wettbewerb aus, unter dessen Folgen auch die Patienten zu leiden haben, sagte Wolf. Zudem stehe der Entwurf in Bezug auf Apothekerregelungen in eklatantem Widerspruch zu den Bestimmungen der beiden Spargesetze GMG und AVWG. Die ABDA war nicht am Montag zu der kurzfristig anberaumten Anhörung des Gesundheitsministeriums erschienen. Heute geht die schriftliche Stellungnahme der Apotheker an das Ministerium.
Die Apotheker bemängeln vor allem zwei Passagen: Die Regierung will nicht nur die Herstellerabgabepreise dem Wettbewerb freigeben, sondern stellt auch die Apothekervergütung zur Disposition. Derzeit haben verschreibungspflichtige Arzneimittel überall den gleichen Preis. Und egal ob in Flensburg oder in Garmisch-Partenkirchen - jeder Apotheker erhält von den Gesetzlichen Krankenkassen für Beratung der Kunden und Unterhalt der Apotheke einen Einheitsbetrag (6,10 Euro) je abgegebenem Medikament. Der WSG-Entwurf sieht nun vor, das Apotheker auf einen Teil dieser Vergütung verzichten sollen. Zum anderen sollen Apotheker alleine für Herstellerrabatte haften: Vereinbaren Krankenkassen und Hersteller künftig keine Rabatte miteinander, will die Regierung ersatzweise eine halbe Milliarde Euro von den Apothekern einfordern.
Dass die Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel so stark gestiegen sind, liegt nicht an den Apothekern. Fast 80 Prozent der Ausgaben entfallen auf den Herstellerpreis und die Mehrwertsteuer.
Wolf sagte: Das heutige Apotheken-System sichert fachliche Kompetenz und eine flächendeckende Versorgung, was Nacht- und Wochenendbereitschaft mit einschließt. Er kritisierte, dass künftig die pharmazeutische Betreuung kranker Menschen nicht mehr zentrale Aufgabe von Apothekern sein soll. Wer wegen des mit dem Gesetz ausgelösten Preiskampfes in erster Linie um Rabatte und Preise feilschen muss, hat kaum noch Zeit für eine unabhängige Beratung. Eine solche Systemumstellung wäre das Gegenteil eines effizienten, am Schutz der Patienten orientierten Versorgungssystems. Die ABDA als Dachorganisation der Apotheker befürchtet, dass vor allem Apotheken in Wohngebieten und auf dem Land den brutalen Preiskampf nicht aushalten werden - zum Schaden der Patienten.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)
Annette Rogalla, Pressesprecherin
Jägerstr. 49-50, 10117 Berlin
Telefon: (030) 40004-0, Telefax: (030) 40004-598
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