GEW-Urabstimmung: Mitglieder stimmen Tarifergebnis zu / Bildungsgewerkschaft zum Verhandlungsergebnis im Sozial- und Erziehungsdienst
(Frankfurt am Main) - 84 Prozent der in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft organisierten Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen und Sozialarbeiter haben in einer Urabstimmung dem Tarifabschluss im Sozial- und Erziehungsdienst zugestimmt. "Das Ergebnis zeigt, dass die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst einen realistischen Blick auf das hart erkämpfte Ergebnis haben", sagte Ilse Schaad, Verhandlungsführerin der GEW.
Die Einigung war nach wochenlangem Ringen zwischen Gewerkschaften und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am 27. Juli 2009 vereinbart worden. Sie umfasst einen eigenen Tarifvertrag Gesundheitsschutz sowie eine neue Eingruppierung für die Berufe des kommunalen Sozial- und Erziehungsdienstes. Kernstück des Tarifvertrags Gesundheitsschutz ist der individuelle Rechtsanspruch auf Gefährdungsanalyse. "Es wird jetzt darum gehen, die Belastungen in pädagogischen Berufen zu analysieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Dazu gehört auch, die schlechte Personalsausstattung und die geringe Vor- und Nachbereitungszeit in den Blick zu nehmen", so Tarifexpertin Schaad. Mit der neuen Eingruppierung wird vor allem für die Berufseinsteiger eine deutliche Einkommensverbesserung erreicht. Sie können ab 01. November 2009 mit einer Gehaltssteigerung von bis zu 160 Euro rechnen. "Das ist ein Signal für junge Menschen, sich für diesen wichtigen Zukunftsberuf zu entscheiden. Mit den Dumpinglöhnen im Erziehungsbereich ist jetzt Schluss." Allerdings wies Schaad darauf hin, dass dies nur der erste Schritt zur Aufwertung der sozialen Berufe sei. Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert, die Ausbildung der Erzieherinnen auf Hochschulniveau anzuheben und damit den Anschluss an den europäischen Qualifikationsstandard herzustellen.
Info: Die Bildungsgewerkschaft hat vom 31. Juli bis 20. August 2009 ihre Mitglieder, die im Sozial- und Erziehungsdienst bei den kommunalen Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes beschäftigt sind, gefragt, ob sie der am 27. Juli 2009 erreichten Tarifeinigung zustimmen. Die zuständigen Gremien der GEW haben bereits in ihrer Beratung am 27. Juli die Zustimmung empfohlen.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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