Glaubwürdigkeit in Gefahr / G8 müssen Versprechen halten
(Bonn) - Die reichen Staaten müssen ihre Versprechen halten und die Entwicklungshilfe verbessern und weiter aufstocken. Dies hat jetzt der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) im Vorfeld des G8-Gipfels in Italien gefordert. Ergebnis des Gipfels sollten konkrete Zeit- und Aktionspläne für jedes einzelne Land sein.
"Die G8-Staaten tendieren angesichts der Wirtschaftskrise dazu, die Armen zu vergessen. Man schaue sich nur einmal die stark geschrumpften Zuwendungen des Gipfel-Gastgebers Italien an", so VENRO-Vorstandsvorsitzende Claudia Warning. Erfreulich sei, dass alle großen deutschen Parteien in ihren Wahlprogrammen die Einhaltung ihrer internationalen Verpflichtungen in der Entwicklungshilfe zugesagt hätten. "Wir haben die Parteiprogramme analysiert: Alle haben sich klar auf das Ziel der Armutsbekämpfung verpflichtet. Nun müssen den Worten Taten folgen - auch und gerade beim G8 Gipfel", sagt Warning.
Auf dem G8-Gipfel 2005 in Gleneagles sagten die acht führenden Industrieländer zu, die Summe der jährlichen Entwicklungshilfe bis zum Jahr 2010 um 50 Milliarden US-Dollar zu erhöhen. Davon sind die Staaten allerdings noch weit entfernt. Deutschland hat zugesagt, bis 2010 0,51 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungshilfe bereit zu stellen. 2008 lag die Quote bei 0,38 Prozent des BNE.
Dabei zeigt der jetzt veröffentlichte UN-Report zu den Millenniumsentwicklungszielen (MDG) deutlich, dass viel mehr getan werden muss. "Natürlich müssen zunächst die Entwicklungsländer etwas tun, um ihre Situation zu ändern. Nur: ohne Unterstützung der Industriestaaten wird dieser Prozess deutlich länger dauern - und das können wir uns nicht mehr leisten. Denn alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Armut und Unterernährung. Wie lange wollen wir das noch hinnehmen?" so Warning.
Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der hungernden Menschen weltweit auf mehr als eine Milliarde Menschen gestiegen. Die MDG sehen eine Halbierung der Anzahl der armen und hungernden Menschen bis 2015 vor.
Quelle und Kontaktadresse:
VENRO - Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nicht Regierungs Organisationen e.V.
Pressestelle
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