Gottschalk: Automobilgeschäft mit robustem Export und stabilem Inlandsabsatz ins Jahr 2006 gestartet
(Frankfurt am Main) - Im Januar 2006 wurden mit 223.000 neu zugelassenen Pkw zwar 11 Prozent mehr Fahrzeuge in den Markt gebracht als zu Beginn des Vorjahres, allerdings hatte der Januar einen Arbeitstag mehr als der bereits schwache Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Neuzulassungen lagen auf dem Durchschnittsniveau der letzten 5 Jahre. Wir sind im Autojahr 2006 ordentlich aus den Startlöchern gekommen. Die Tendenz stimmt, das Tempo noch nicht. Der Export ist dagegen nach wie vor eine starke Stütze, betonte Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).
Die Absatzentwicklung hat sich in den letzten Monaten verstetigt. Nachdem eine Jahresschluss-Rallye im Dezember mit erhöhten Abverkaufsaktionen unterblieben sei, habe es damit auch im Januar keine negativen Folgewirkungen gegeben. Die deutschen Marken konnten ihre Marktanteilsposition gegenüber den Importeuren im Januar mit einem Anteil von 70 Prozent (Januar 2005: 69,3 Prozent) weiter verbessern. Dazu hat vor allem der Wettbewerbsvorteil der deutschen Marken bei Diesel-Fahrzeugen beigetragen. Der Diesel-Anteil stieg auf 47 Prozent. Vier von fünf neuen Diesel-Pkw sind deutsche Marken.
Unter den Top-15 der im Inland abgesetzten Pkw-Modelle waren in den vergangenen zwölf Monaten ausschließlich deutsche Modelle. Von den Top-5 VW Golf, Opel Astra, Audi A4, VW Passat sowie BMW 3er wurden nicht nur vier Prozent mehr Fahrzeuge verkauft, sondern darauf entfielen auch ein Fünftel des gesamten deutschen Pkw-Marktes. Erst auf Platz 20 folgte mit einem französischen Modell der erste Importeur, auf Rang 22 der erste Japaner, und auf Rang 51 der erste Koreaner.
In acht von zehn Segmenten vom Kleinstwagen bis zu den Geländewagen stellten die deutschen Hersteller 2005 das meist verkaufte Pkw-Modell. Von den neuen Fahrzeugkonzepten Geländewagen, Cabriolets, Vans und Utilities wurden mit 900.000 Pkw 9 Prozent mehr zugelassen als ein Jahr zuvor. Ihr Marktanteil stieg damit auf fast 27 Prozent und hat sich gegenüber 1999 nahezu verdoppelt. Mit Konzept- und Design-Innovationen haben sich die deutschen Hersteller auf neues Terrain gewagt. Diese Vorwärtsstrategie wird offenbar vom Kunden positiv angenommen, betonte der VDA-Präsident.
Im Premiumsegment hat sich der positive Trend für die deutschen Hersteller ebenfalls fortgesetzt, während die Importeure in diesem Bereich Einbußen verzeichnen mussten. Bei Diesel-Pkw mit Partikelfilter liegen die deutschen Hersteller ebenfalls unangefochten an der Spitze. Von 500.000 neu zugelassenen Diesel mit Filter entfallen 82 Prozent auf deutsche Marken. Prof. Gottschalk: Das Automobilgeschäft ist heute ein moderner Zehnkampf mit ständig wechselnden Disziplinen und starken internationalen Konkurrenten. Da ist es alles andere als selbstverständlich, wenn die Deutschen wieder auf dem Treppchen stehen.
Allerdings gebe die aktuelle Auftragseingangssituation Anlass zur Wachsamkeit. Seit Herbst letzten Jahres schwächen sich die Inlandsorder ab und auch im Januar unterschritten sie das Vorjahresniveau um 3 Prozent. Die Auslandsorder haben sich dem gegenüber weiterhin positiv entwickelt (+9 Prozent).
Prof. Gottschalk: Robuste Exporte und ein gestiegener, aber immer noch verhaltener Inlandsmarkt kennzeichnen auch zu Jahresbeginn das Autogeschäft. Die Exporte übertrafen im Januar das Vorjahresergebnis um nahezu 8 Prozent. Ein Superstart in den USA zeigt, dass unsere Produktpolitik die richtige Antwort auf die neuen Herausforderungen ist, so Prof. Gottschalk. Auf dem US-Markt konnten die deutschen Hersteller im Januar mit einem Zuwachs von 16 Prozent überdurchschnittlich zulegen und ihren Marktanteil auf 5,3 Prozent ausbauten. Auf die Karte Premium in Kombination mit sparsamen Motoren zu setzen, ist goldrichtig, so der VDA-Präsident.
Auch auf dem westeuropäischen Markt war das für die deutschen Hersteller im abgelaufenen Jahr das erfolgreichste Rezept. Ihr Marktanteil stieg 2005 um einen Prozentpunkt auf mehr als 47 Prozent. Zu den Gewinnern auf Herstellerseite gehörten BMW (+11 Prozent) sowie Audi (+9 Prozent) und VW (+4 Prozent). Die französischen Anbieter mussten hingegen einen Absatzverlust von 3 Prozent hinnehmen.
Die drei Top-Seller in Westeuropa sind VW Golf, Opel Astra und Ford Focus. Dass wir auch hier gleich mit drei Marken auf dem Treppchen stehen, ist nicht zuletzt auf den Diesel zurückzuführen. Jeder zweite in Europa abgesetzte Diesel trägt ein deutsches Markenzeichen, betonte Prof. Gottschalk.
Auch außerhalb Westeuropas agierten die deutschen Hersteller sehr erfolgreich. So steigerten sie ihre Exporte nach Japan um 18 Prozent, Südkorea um 63 Prozent und Südafrika um 36 Prozent.
Getragen vom guten Exportergebnis konnte die Pkw-Produktion im Gesamtjahr 2005 auf 5,35 Mio. Fahrzeuge gesteigert werden. Dieser Trend setzte sich auch Anfang dieses Jahres fort. Im Januar wurden mit gut 425.000 Pkw 5 Prozent mehr Fahrzeuge produziert.
Die deutsche Automobilindustrie ist 2005 im Inland sogar stärker gewachsen als im Ausland. Im vergangenen Jahr legte die Inlandsproduktion von Pkw um 3 Prozent zu, während die Auslandsfertigung mit 4,23 Mio. Pkw lediglich auf Vorjahresniveau blieb. Der VDA-Präsident betonte: Wie sich die Gewichte zwischen inländischen und ausländischen Standorten künftig verteilen, hängt vor allem von der künftigen Wettbewerbsfähigkeit ab. Die Tarifrunde 2006 ist dafür ein wichtiges Signal. Prof. Gottschalk fügte hinzu: Restrukturierungen und Kostensenkungsprogramme, wie sie derzeit viele Unternehmen durchführen, sind schmerzlich, dienen aber letztlich dem Ziel, den Standort Deutschland zu stärken.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
Veronika Kleinhaus, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261
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