Pressemitteilung | Deutscher Hochschulverband (DHV)
Anzeige

Großbritannien: Kein BA/MA in der Medizin

(Bonn) - Großbritannien lehnt eine zweigliedrige medizinische Qualifizierung mit einem dreijährigen Bachelorabschluss ab. Einer entsprechenden Empfehlung, die in der Bologna-Erklärung enthalten ist, folgt es damit bewusst nicht. Darauf weist Professor Dr. Anthony Weetman von der Universität Sheffield in einem Beitrag für die April-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre" hin.

Demnach hat sich die für die Abschlüsse der medizinischen Grundausbildung zuständige Ärztekammer bereits seit 1993 von der traditionellen Trennung in vorklinische und klinische Semester verabschiedet. "Klinische Inhalte sollen vom Beginn des Medizinstudiums an genutzt, klinische Fertigkeiten von Anfang an gelehrt und der Kontakt mit dem Patienten über das gesamte Studium sichergestellt werden", schreibt Weetman.

Zwar könnten in Großbritannien Studierende nach drei Jahren auch mit dem Grad "BMedSci" abschließen, dabei handele es sich aber um einen Ausstiegsabschluss für diejenigen, für die ein weiterführendes Studium der Medizin nicht in Frage käme. Generell gelte, dass Medizinstudiengänge, auch wenn die Abschlüsse in Großbritannien traditionell Bachelor hießen, anspruchsvoller als gewöhnliche Bachelorqualifikationen seien und teils einem Masterabschluss entsprächen.

Mit dem Bologna-Prozess, so Weetman, sei die derzeitige medizinische Ausbildung in Großbritannien nach Einschätzung der dortigen Ministerien vereinbar. In dieser werde einzelnen Ländern zugestanden, ihre Vielfalt zu bewahren und ihre eigenen Abschlüsse beizubehalten.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Hochschulverband (DHV) Pressestelle Rheinallee 18, 53173 Bonn Telefon: (0228) 9026666, Telefax: (0228) 9026680

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige