Pressemitteilung | BÄK Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) e.V.
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Handbuch „Karriereplanung für Ärztinnen“ vorgestellt

(Berlin) - Ärztinnen sollten ihre Berufskarriere frühzeitig aktiv und selbstbewusst planen und sich nicht durch schwierige Vereinbarkeitsbedingungen von Berufs- und Privatleben entmutigen lassen. Dies ist eine der zentralen Botschaften des Handbuchs „Karriereplanung für Ärztinnen“, das am 30. August in Berlin den Medien vorgestellt wurde. Die Autorinnen analysieren die berufliche Situation von Frauen in der Medizin, machen auf Karrierehindernisse aufmerksam und zeigen Möglichkeiten einer erfolgreichen Laufbahngestaltung auf. Das Handbuch entstand im Rahmen eines Projekts an der Charité Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit der Bundesärztekammer.

Anlässlich der Vorstellung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Handbuchs sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan: „Gut ausgebildete Frauen brauchen gute Karrierechancen. Das vorgelegte Handbuch unterstützt junge Medizinerinnen bei der gezielten Planung ihrer Berufsbiografien. Es kann so dazu beitragen, dass das Potenzial von Ärztinnen in Forschung oder Krankenversorgung nicht verloren geht.“

Zwar liegt der Anteil der Frauen unter den 400.000 Ärzten in Deutschland inzwischen bei 40 Prozent, doch sind nur zehn Prozent der leitenden Positionen im Krankenhaus mit Ärztinnen besetzt. „Die mangelnde Förderung durch männliche Vorgesetzte ist eines der Haupthindernisse für Frauenkarrieren in der Universitätsmedizin. Es bleibt meist bei den geschlechtsstereotypen Rollenzuweisungen: Die Frau ist in erster Linie für die Krankenversorgung zuständig, erntet dabei viel Lob, wird aber nicht für Forschung 'freigestellt' oder in ihrer wissenschaftlichen Karriere bestärkt“, so Frau Prof. Dr. Gabriele Kaczmarczyk, Koordinatorin des postgradualen Masterstudienganges „Health and Society: International Gender-Studies Berlin“ an der Charité Berlin.

Ärztinnen sind häufiger arbeitslos, mehrheitlich in weniger prestigeträchtigen Tätigkeitsbereichen beschäftigt und erhalten häufig ein geringeres Einkommen als ihre männlichen Kollegen.
„Viele Frauen absolvieren ihre Promotion mit viel Elan und scheitern anschließend an den wenig familienfreundlichen Strukturen. Diese Verschwendung von Kompetenz können wir uns nicht länger leisten“, sagte Dr. Astrid Bühren, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer und Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes. Das von der Bundesärztekammer initiierte Handbuch zeige auf, wie trotz schwieriger Rahmenbedingungen berufliche Hindernisse gemeistert werden können. „Die in dem Buch beschriebene Situation der Ärztinnen zeigt aber auch, dass wir ein umfassendes Konzept zur Förderung der Chancengleichheit brauchen, um den Einstieg in den Beruf sicherzustellen und Karrierechancen zu verbessern. Gute und zuwendungsorientierte Medizin braucht Frauen auf allen Entscheidungsebenen.“

Das im Springer Medizin Verlag erschienene Handbuch enthält praktische Informationen und Tipps zur Vorbereitung der ärztlichen Weiterbildung, zur Planung einer wissenschaftlichen Laufbahn und zur Planung einer Praxisgründung bzw. Praxisübernahme.

Darüber hinaus werden Forschungsergebnisse zur beruflichen Situation von Ärztinnen und die Befunde einer Interviewstudie zu Berufsverläufen und Professionalisierungsstrategien von erfolgreichen Medizinerinnen exemplarisch vorgestellt.

Die erste Auflage des Buchs wird an junge Ärztinnen anlässlich ihrer Anmeldung zum Praktischen Jahr bzw. anlässlich ihres Examens kostenfrei verteilt. Hierzu stehen insgesamt 10.000 Freiexemplare zur Verfügung.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) e.V. Pressestelle Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin Telefon: (030) 4004560, Telefax: (030) 400456-388

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