Pressemitteilung | Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e.V. - Hauptgeschäftsstelle

Handels- und Gewerbevereine organisieren Weihnachtsmärkte in kleinen Gemeinden / Mittelständler verbinden soziales Engagement mit Kundenkontakten

(Stuttgart) - Auf vielen Marktplätzen von Baden-Württemberg duftet es bereits nach Glühwein und gebrannten Mandeln. Seit vergangenem Wochenende laden Weihnachtsmärkte in den größeren Städten täglich ein zum Bummeln, Einkaufen und Glühwein trinken. Doch auch in den kleineren Städten und Gemeinden im Land hält die Weihnachtsstimmung Einzug. Mit Beginn der Adventszeit öffnen an den Wochenenden auch die kleine Märkte ihre Pforten, meist organisiert von den örtlichen Handels- und Gewerbevereinen. Ohne die engagierten Mittelständler wäre in vielen kleinen Gemeinden die Vorweihnachtszeit recht trostlos. Die Mittelständler sorgen mit Adventsdekorationen, Lichterketten, Tombolageschenken und Adventskalendern für eine weihnachtliche Atmosphäre und schaffen sich gleichzeitig selbst ein ideales Werbefenster.

Michael Schwab, Vorsitzender des BDS-Ortsverbandes Grenzach-Wyhlen, hat es geschafft. Nach sechs Jahren Dunkelheit können sich die 14.000 Einwohner der Kleinstadt im Süden Baden-Württembergs endlich an einer neuen Weihnachtsbeleuchtung erfreuen. Da die Gemeinde kein Geld hatte, die alten Lampen zu ersetzten, sprangen die Mitglieder des BDS in die Bresche und finanzierten das Projekt mit dem Erlös des Weihnachtsmarktes. Und an die Bevölkerung geht ein klares Signal: Der Mittelstand tut etwas für die Gemeinde. So wie in Grenzach-Wyhlen engagieren sich viele Unternehmer. Rund die Hälfte aller Ortsvereine des Bundes der Selbständigen Baden-Württemberg (BDS) organisiert oder unterstützt einen Weihnachtsmarkt oder ein anderes "Weihnachtsprojekt". Zahlreiche Handels- und Gewerbevereine beteiligen sich zudem an Dekorationen, wie Lichterketten und Christbaumschmuck in der Gemeinde.

So öffnet in Freiberg am Neckar in diesem Jahr zum zweiten Mal der Freiberger Adventskalender die Türen der Betriebe. Vom 1. bis 24. Dezember bietet jeden Tag ein anderer Betrieb etwas Besonderes für interessierte Besucher. Das Spektrum reicht von der Gastronomie über den Einzelhandel bis hin zu Produktionsbetrieben. Auch das Freiberger Rathaus und die Kirchen hatten im vergangenen Jahr mitge-wirkt. In vielen anderen Gemeinden gibt es ähnliche Aktionen, wie in Mönsheim (Enzkreis), Nufringen (Kreis Böblingen) oder Stuttgart-Stammheim. Im südbadischen Hartheim organisiert jeden Tag eine Firma einen Event für Kinder.

In Stuttgart-Wangen stellen die Unternehmer des Handels- und Gewerbevereins den zentralen Weihnachtsbaum auf und schmücken die Straßenbeleuchtung entlang der Hauptstraße. Dabei übernehmen die Selbständigen die Patenschaft für jeweils einen von 70 - 80 Weihnachtsbäumen, der von den Gewerbetreibenden an der Straßenbeleuchtung befestigt und geschmückt wird. "Unser Ziel ist es, dass unter jeder Laterne ein geschmückter Weihnachtsbaum steht", beschreibt HGV-Vorsitzender Ralf Bücheler die Idee.

Ohne das Engagement der Mittelständler wäre die Vorweihnachtszeit in vielen Gemeinden recht trostlos

Die zahlreichen Aktionen zeigen, wie bedeutend der BDS und seine Gewerbevereine für das Gemeindeleben sind. Ohne das Engagement der Mittelständler wäre die Vorweihnachtszeit in vielen Gemeinden recht trostlos. Dabei lässt sich ein Trend feststellen: je kleiner die Gemeinde, desto wichtiger ist der Ortsverein (Handels- und Gewerbeverein) für den Weihnachtsmarkt. In den kleinen Städten liegt die Organisation meist ganz bei den Unternehmern. Dabei werden sie jedoch meist von Schulen und anderen Vereinen bei der Programmgestaltung unterstützt. Und so ist der Weihnachtsmarkt ein Gemeinschaftswerk der Ehrenamtlichen.

Doch auch in größeren Städten wäre ein Weihnachtsmarkt ohne Unterstützung der örtlichen Unternehmer nur schwer durchführbar. In Fellbach bei Stuttgart gibt es zum Beispiel seit zwei Jahren einen "Arbeitskreis Weihnachtsmarkt", der sich aus Vertretern der Stadtverwaltung, des Stadtmarketing-Vereins und des Gewerbeverbandes zusammensetzt. Die Mitglieder besprechen jedes Jahr neue Ideen, um den Weihnachtsmarkt für die 42.000 Einwohner attraktiver zu gestalten. Denn die Konkurrenz durch die großen umliegenden Märkte in Stuttgart und Ludwigsburg ist hoch. "Aber jeder Fellbacher kommt mindestens einmal vorbei", berichtet Andreas Krauter von der Stadtverwaltung stolz. Die Stadt finanziert und organisiert zwar den zehntägigen Markt, doch der BDS spielt auch eine wichtige Rolle. Jedes Jahr kaufen sich, passend zum neuen Motto "Märchenhaftes Fellbach", zehn Unternehmer bei einer örtlichen Künstlerin eine Märchenfigur aus Holz. Im Advent sitzt dann vor dem Matratzenladen eine "Prinzessin auf der Erbse", und vor dem Reisebüro stehen "Siebenmeilenstiefel". Nach und nach entsteht so in der Fellbacher Innenstadt ein ganzer "Märchenwald". Auch der große Adventskalender am Rathaus wäre ohne die Unternehmer nicht möglich. Jeden Tag kann man eines der 24 Geschenke gewinnen, die die örtlichen Betriebe gespendet haben. Außerdem finanzieren sie mit Bandenwerbung eine Eislaufbahn, die an den Weihnachtsmarkt angeschlossen ist. Die ist so beliebt, dass sie einen ganzen Monat geöffnet hat. Neben dem sozialen Aspekt der Weihnachtsmärkte, der im Mittelpunkt steht, haben die Unternehmer auch einen praktischen Nutzen: Werbung und persönlichen Kontakt mit ihren Kunden.

Quelle und Kontaktadresse:
Bund der Selbständigen - Deutscher Gewerbeverband (BDS-DGV), Landesverband Baden-Württemberg e.V. Pressestelle Taubenheimstr. 24, 70372 Stuttgart Telefon: (0711) 954668-0, Telefax: (0711) 954668-33

(sk)

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