Pressemitteilung | Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V.
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Handwerkstag: Umsatzeinbrüche bei Zulieferern überschatten Stabilität

(Stuttgart) - Unerwartet hohe, drastische Umsatzeinbrüche bei den handwerklichen Zulieferern der Industrie dominieren die gesamte Handwerkskonjunktur. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) hat seine Umsatzprognose deutlich nach unten korrigiert und erwartet nun ein Umsatzminus von neun Prozent. Für 2010 geht Landeshandwerkspräsident Möhrle von einem leichten Umsatzrückgang von -1,5 Prozent aus.

Laut der Handwerksberichterstattung des Statistischen Landesamtes vom dritten Quartal 2009 mussten die zulassungspflichtigen gewerblichen Zulieferer Umsatzrückgänge von 23,1 Prozent zum Vorjahresquartal verkraften. Da diese Handwerksgruppe rund 25 Prozent des Gesamtumsatzes im baden-württembergischen Handwerk ausmacht, zieht ihr hartes Los trotz vieler stabiler Gewerke die gesamte Handwerkskonjunktur in Mitleidenschaft Zudem sorgte der harte Winter im ersten Quartal für Arbeitsausfälle im Baubereich. Allerdings schwächen sich die Umsatzrückgänge mittlerweile ab. Möhrle: "Das reicht aber nicht aus, um das schwache erste Halbjahr zu kompensieren." Trotz allem gibt es Lichtblicke: Bei einigen Ausbauberufen im Bereich der energetischen Sanierung waren im dritten Quartal sogar Umsatzzuwächse im Jahresvergleich zu messen. Dies gilt beispielsweise für die Stuckateure (+2,0 Prozent) und die Klempner, Installateure und Heizungsbauer (+0,4 Prozent). Hier zeigt sich, dass die Konjunkturprogramme langsam umsatzwirksam werden.

Auch für das Jahr 2010 erwartet der Handwerkstag einen Umsatzrückgang, der jedoch mit real -1,5 Prozent deutlich geringer ausfallen wird als 2009. "Das Auslaufen der Umweltprämie wird das Kfz-Gewerbe zum Verlierer machen", befürchtet Möhrle. Wohnungs- und Wirtschaftsbau sowie die Handwerke, die sich an private Abnehmer richten (Gesundheit, Nahrung, Dienstleistungshandwerk) werden eher stagnieren. Auch der Wirtschaftsbau wird keine Stütze sein können, denn die meisten Betriebe im Land arbeiten immer noch unterhalb ihrer Auslastungsgrenze sind und es besteht kein Bedarf an Erweiterungsbauten. Positive Impulse werden besonders vom öffentlichen Bau und der energetischen Sanierung erwartet.

Für eine weitere positive Entwicklung des Handwerks müssen jedoch auch die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Für viele Betriebe seien auch im neuen Jahr die Sicherung und der Zugang zur Liquidität überlebenswichtig, betonte Möhrle. Auch im neuen Jahr werde ein hoher Bedarf am Krisenberatungsprogramm bestehen. Möhrle: "Wer hier kürzt, leistet dem Mittelstand mit seinen vielen kleinen und mittleren Betrieben einen Bärendienst."

Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag (BWHT) Eva Hauser, Referentin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart Telefon: (0711) 263709-0, Telefax: (0711) 263709-100

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