IG BAU zur Rente-67-Äußerung von der Leyens: "lebensfremd" / Die "Job-Illusionistin"
(Frankfurt am Main) - Als lebensfremd hat der IG BAU-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel die heutigen (14. April 2010) Äußerungen von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zur Rente mit 67 bezeichnet. Wenn von der Leyen Beschäftigten, die körperlich hart arbeiteten und es bis zur Rente nicht schafften, "rate", in andere Berufe zu wechseln, ginge das an der Arbeitswirklichkeit völlig vorbei. "Dachdecker, Maurer, Eisenflechter oder Betongießer ins Büro verpflanzen zu wollen, wird nicht funktionieren.
Woher die Ministerin diese Jobs nehmen und wie sie die Arbeitgeber zu einem solchen Jobwechsel motivieren will, bleibt schleierhaft", sagt der IG BAU-Chef. Zudem sei der Von-der-Leyen-Vorschlag eine Missachtung der Lebensleistung körperlich hart arbeitender Menschen.
Noch nicht einmal jeder achte Beschäftigte auf dem Bau ist nach Angaben der IG BAU 55 Jahre oder älter. Die Rente mit 67 sei insbesondere für Bauarbeiter eine Farce. "Schon heute bedeuten ernsthafte gesundheitliche Probleme für viele Arbeitnehmer den sozialen Abstieg", sagt Klaus Wiesehügel. Statt "Job-Illusionen" zu kreieren, um die Rente mit 67 zu rechtfertigen, müsse das Bundesarbeitsministerium endlich die Realität zur Kenntnis nehmen. "Dazu gehört, dass wir dringend bei der Erwerbsminderungsrente Änderungen brauchen", sagt der IG BAU-Bundesvorsitzende. Die Zugangskriterien müssten erheblich gelockert und die Erwerbsminderungsrente selbst spürbar angehoben werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Bundesvorstand
Sigrun Heil, Pressesprecherin
Olof-Palme-Str. 19, 60439 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 95737-0, Telefax: (069) 95737-800
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