Pressemitteilung | Bitkom e.V.
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In der IT-Logistik wird die Bundeswehr international fĂŒhrend / Neue IT-Systeme verbessern Versorgung des Einsatzkommandos in Afghanistan

(Berlin) - Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist anspruchsvoll und gefĂ€hrlich. Umso wichtiger ist die technische Ausstattung vor Ort und damit eine moderne und funktionsfĂ€hige Logistik. Dank eines neuen Planungs- und Steuerungssystems mit dem sperrigen Namen Standard-Anwendungs-Software-Produktfamilien (SASPF) können Ersatzteile bald deutlich schneller beschafft werden. Auch die medizinische Versorgung soll kĂŒnftig verbessert werden. Seit dem 1. Februar setzt die Bundeswehr diese an ihren spezifischen Bedarf angepasste, industrielle Standardsoftware im Ausland ein. Die 1. Panzerdivision aus Hannover ist der erste Großverband, der komplett mit dem neuen System ausgestattet ist. "Im Bereich der Logistik wird die Bundeswehr mit dem Einsatz von SASPF eine der modernsten Armeen der Welt", sagt Prof. August-Wilhelm Scheer, PrĂ€sident des BITKOM.

"Bislang gab es fast tausend verschiedene Einzelsysteme, die zum Teil Ă€lter waren als die Soldaten, die sie bedienten", so Scheer weiter. MedienbrĂŒche und Verzögerungen waren an der Tagesordnung. FĂ€llt kĂŒnftig ein Fahrzeug im Ausland aus, erfĂ€hrt der Nachschub in Deutschland unmittelbar, welche Ersatzteile benötigt werden. Gleichzeitig weiß der Kommandeur vor Ort jederzeit, wann ihm wie viele einsatzbereite Fahrzeuge zur VerfĂŒgung stehen. Die Versorgungsprozesse werden durch SASPF erheblich beschleunigt.

Die Bundeswehr setzt mit SASPF erstmals industrielle Standardsoftware fĂŒr ihre Logistik, Personal- und Rechnungswesen sowie das Controlling ein. Bislang ist SASPF nur in der Verwaltung und an Heimatstandorten eingefĂŒhrt worden. Das neue System basiert auf der Software SAP R/3, die auf die Anforderungen der Bundeswehr zugeschnitten wurde. Umgekehrt sorgt die EinfĂŒhrung von SASPF auch dafĂŒr, dass die Bundeswehr ihre Prozesse modernisieren wird. Das Ziel der Bundeswehrplaner ist die vernetzte OperationsfĂŒhrung, bei der alle benötigten Informationen jederzeit verfĂŒgbar sind. DafĂŒr ist flexible ITK unerlĂ€sslich. "Ohne handelsĂŒbliche und millionenfach erprobte ITK-Lösungen wĂ€re es unmöglich, die Truppe am Einsatzort von Deutschland aus zeitnah zu unterstĂŒtzen", so Scheer.

Neben SASPF gibt es aber noch weitere Beispiele, wie moderne ITK den Soldaten in naher Zukunft den Auslandseinsatz erleichtert. Ein klassisches Szenario: Irgendwo auf einer afghanischen Landstraße hat ein Bundeswehr-Jeep einen Unfall. Die Achse ist beschĂ€digt, ein Soldat wird verletzt. Moderne Telemaintenance-Verfahren helfen dem Instandsetzungstrupp kĂŒnftig vor Ort durch direkten Zugriff auf zentrale Datenbanken mit allen technischen Details des Fahrzeugs. Gleichzeitig können die Soldaten Kontakt mit dem Service-Desk des Herstellers in Deutschland aufnehmen, um von dort Hinweise zur Schadensbehebung zu bekommen.

Parallel kommunizieren SanitĂ€tsoffiziere, ausgestattet mit gehĂ€rteten Laptops oder Tablet-PCs, mit Fachmedizinern in Deutschland, was dem Verwundeten genau fehlt und wie sie mit ihm verfahren sollen. Obwohl er noch weit weg vom nĂ€chsten Krankenhaus ist, verbessern sich dank moderner Telemedizinverfahren die Überlebens- und Heilungschancen des Verletzten erheblich. Dadurch lĂ€sst sich die berĂŒchtigte "goldene Stunde", die Zeitspanne, in der einem Verwundeten noch effektiv geholfen werden kann, erfolgreicher nutzen.

Übertragen werden die Daten von zwei Bundeswehr-Satelliten. Das Kommunikationssystem SATCOMBw ermöglicht BreitbandĂŒbertragung zwischen Deutschland und den Einsatzorten. Ein erster 2,5 Tonnen schwerer Satellit wurde im vergangenen Oktober ins All geschossen. Ein zweiter soll noch in diesem Jahr folgen. "Die IT-gestĂŒtzte Modernisierung der Bundeswehr ist insgesamt eine Erfolgsgeschichte", erklĂ€rt Scheer.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) Pressestelle Albrechtstr. 10, 10117 Berlin Telefon: (030) 27576-0, Telefax: (030) 27576-400

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