Jeder fünfte Neuwagen in China ist eine deutsche Marke / Große Chancen für Zulieferer / Wissmann: Deutsche Marken wachsen in China schneller als der Markt
(Peking/Frankfurt am Main) - Die deutschen Marken wachsen in China deutlich schneller als der Markt. In den ersten drei Monaten haben wir um 36 Prozent zulegt, der Gesamtmarkt um 22 Prozent. Heute trägt fast jedes fünfte Auto, das in China neu zugelassen wird, bereits ein deutsches Markenzeichen, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf der VDA-Pressekonferenz in Peking während der internationalen Automobilmesse Auto China 2008. Insbesondere die deutschen Zulieferer nutzen die Chancen, die der chinesische Markt bietet, und sehen China als `natürlichen´ Standort für ihre Produktion an. Dabei geht es nicht nur um niedrige Fertigungskosten, sondern um die Erschließung von Marktpotenzialen und vor allem auch um Qualität, unterstrich der VDA-Präsident. Seit zwei Jahren besteht das Qualitäts Management Center des VDA in Peking, das sich der Auditorenausbildung, dem Training und der Lieferantenqualifikation widmet.
Darüber hinaus unterstützen wir China aktiv beim Aufbau eines Marktes für effiziente und schadstoffarme Antriebstechnologien. Dazu gehört der Clean Diesel, der in China großes Potenzial hat und bei dem die deutschen Unternehmen weltweit technologisch führend sind, so Wissmann. Der Umweltaspekt in Verbindung mit der deutschen Innovationskraft schaffe eine Win-win-Situation, von der gerade auch China profitieren könne. Wissmann sagte: Die Frage der `nachhaltigen Mobilität´ ist für unsere Hersteller und Zulieferer eine strategische Kernaufgabe, der wir uns mit hohen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen widmen. Unsere Unternehmen können mit ihrem Know-how und ihrer Technologie einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass die Luftqualität in China schneller verbessert wird und gleichzeitig der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch von Neufahrzeugen deutlich sinkt. Allerdings sei auch eine nachhaltige Verbesserung der Kraftstoffqualität insbesondere eine deutliche Senkung des Schwefelanteils beim Diesel dringend notwendig.
Wissmann sprach sich dafür aus, das geistige Eigentum wirkungsvoll zu schützen, um den Technologietransfer zu fördern: Wir begrüßen die Bemühungen der chinesischen Regierung, die gesetzlichen Vorschriften als Grundlage für ein staatliches Eingreifen zu verbessern und die intellectual property rights umfassender zu schützen, sagte der VDA-Präsident.
Seit 2006 ist China nach Japan und den USA der drittgrößte Automobilhersteller der Welt: In diesem Land wurden im vergangenen Jahr 8,9 Mio. Kraftfahrzeuge produziert, davon 5,4 Mio. Pkw. Die Wachstumsdynamik ist eindrucksvoll: Seit dem Jahr 2000 hat China seine Kfz-Produktion mehr als vervierfacht. Die Pkw-Produktion stieg im vergangenen Jahr um 25 Prozent; für das laufende Jahr wird ebenfalls ein zweistelliges Wachstum erwartet. Mehr als 1,7 Mio. Menschen sind in der chinesischen Automobilindustrie beschäftigt.
Der Pkw-Markt in China legte im vergangenen Jahr ebenfalls um 25 Prozent auf 5,3 Mio. Einheiten zu, etwa 3,5 Mio. Nutzfahrzeuge kamen noch hinzu. Wissmann: Damit hat China die Rolle Japans als wichtigster Pkw-Absatzmarkt in Asien übernommen und belegt im Ranking der weltweit bedeutendsten Verkaufsländer erstmals den 2. Rang nach den USA.
Während die Zahl der Menschen, die sich erstmals in ihrem Leben ein eigenes Auto leisten können, in China stetig zunimmt, differenziert sich der dortige Pkw-Markt immer mehr aus. Nahezu die Hälfte aller Neuzulassungen (47 Prozent) entfällt bereits auf die Kompaktklasse, während jedes vierte neu zugelassene Auto zur Mittel- oder Oberklasse gezählt wird.
Wissmann betonte: Die deutsche Automobilindustrie ist seit rund 25 Jahren in China mit eigener Fertigung präsent und hat ihre strategische Position auf diesem Wachstumsmarkt konsequent ausgebaut. Mit über 140 Fertigungsbetrieben und Lizenznehmern sei China heute nach den USA und Frankreich das Land mit den meisten Auslandsstandorten der deutschen Automobilindustrie. Besonders die deutschen Zulieferer haben ihre Präsenz in China verstärkt und die Anzahl ihrer Standorte seit 1990 sogar versechsfacht, unterstrich Wissmann. Jeder 6. Pkw, der im vergangenen Jahr in China produziert wurde, ist eine deutsche Marke. Diese 855.000 Einheiten entsprechen einem Produktionsanteil von 16 Prozent. Damit ist China inzwischen vor Spanien für unsere Hersteller der größte Produktionsstandort außerhalb Deutschlands. China ist zudem seit dem vergangenen Jahr unser wichtigster Auslandsmarkt. Wir haben 2007 dort mit 967.000 Fahrzeugen mehr Autos abgesetzt als in den USA mit 948.000, so Wissmann.
Gleichzeitig konnte der automobile Export nach China um 24 Prozent gesteigert werden. Erfreulich sei, so der VDA-Präsident, dass die automobile Ausfuhr nach China im vergangenen Jahr auch wertmäßig zulegen konnte: um 24 Prozent auf über 5 Mrd. Euro. Dem standen Einfuhren von gut 500 Mio. Euro gegenüber, so dass sich der automobile Handelsbilanzüberschuss mit China auf gut 4,6 Mrd. Euro erhöhte.
Von der automobilen Ausfuhr nach China entfiel mit 2,5 Mrd. Euro nahezu die Hälfte auf Fahrzeugteile. Wissmann sagte: Das zeigt, wie wichtig der chinesische Markt gerade auch für die deutschen Zulieferer ist. Auf dem VDA-Gemeinschaftsstand in Peking präsentieren sich 23 Aussteller, die zu den führenden Zulieferern in Deutschland gehören. Sieben weitere deutsche Zulieferer haben eigene Stände, darunter Bosch, Continental, Mahle oder Schaeffler. Mit 2.300 qm Gesamtfläche ist dies die umfangreichste Kompetenz-Ausstellung deutscher Zulieferer in Asien. Die deutschen Zulieferer sind ihren Kunden nach China gefolgt, haben eine starke Präsenz in diesem Zukunftsmarkt aufgebaut und beschäftigen insgesamt über 47.000 Mitarbeiter. Nimmt man die Joint-Ventures und Kooperationen der Hersteller noch hinzu, so beschäftigt die deutsche Automobilindustrie in China mehr als 72.000 Menschen.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
Eckehart Rotter, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261
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