Klimaschutz und Rohstoffversorgung / bvse: Potentiale aus dem Abfall nutzen - Sekundärrohstoffgewinnung stärken / Veranstaltung "Klimaschutz - Erfolge und Grenzen des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin
(Bonn/Berlin) - "Sekundärrohstoffgewinnung aus Abfällen darf aus heutiger Sicht nicht mehr als Entsorgungsproblem gesehen werden, sondern ist Teil der Rohstoffversorgung für wichtige Industriezweige, für die Papierindustrie, für die Stahlindustrie, für die Glasindustrie, für die Kunststoffindustrie und zunehmend wichtig auch für die Energieversorgung", erklärte der Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Eric Rehbock, am 15. Juli 2008 in Berlin.
Innerhalb der Dialogreihe Industrie und Umwelt" des Bundeswirtschaftsministeriums fand heute die wahrscheinlich umfassendste Veranstaltung zum Thema "Klimaschutz - Erfolge und Grenzen" mit den Verbänden der Klimavereinbarung und der Entsorgungswirtschaft statt. Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. repräsentiert dabei die Recycling- und Entsorgungsbranche.
In seiner Rede vor den Teilnehmern der BMWi-Konferenz machte der bvse-Hauptgeschäftsführer deutlich, dass die Recycling- und Entsorgungsbranche nicht Teil des Problems, sondern unverzichtbarer Teil der Lösung für die produzierende Industrie sei.
Im Abfall steckten Wertstoffe, die in erster Linie werkstofflich und erst in zweiter Linie energetisch bzw. thermisch genutzt werden müssten. "Deshalb müssen unsere Anstrengungen dahin gehen, so effizient und nachhaltig wie möglich die Wertstoffe im Abfall der weiterverarbeitenden Industrie zur Verfügung zu stellen. Wir können und dürfen uns in Deutschland, als führende Exportnation ohne nennenswerte eigene Rohstoffvorräte, nicht mehr den Luxus einer Wegwerfgesellschaft leisten", betonte Eric Rehbock.
Der bvse-Hauptgeschäftsführer erläuterte, dass mit Inkrafttreten des
Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes im Jahr 1996 bis zum Juni 2005
(TASi) eine schrittweise Abkehr von der Deponierung unbehandelter organischer Abfälle stattfand. Durch einen deutlichen Anstieg der getrennten Erfassung und Verwertung sowie durch Abfallvermeidung und Entwicklung von effizienteren Abfallbehandlungsanlagen hätten zunehmend fossile Energieträger und Rohstoffe ersetzt werden können.
Dabei leiste die Recycling- und Entsorgungsbranche einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Dies wurde bereits im Jahre 2005 durch eine im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellte Kurzstudie festgestellt. Das Bilanzergebnis in dieser Studie weise für den Zeitraum 1990 2005 schon eine Entlastung von ca. 46 Millionen Tonnen CO2- Äquivalenten auf. Nach den Worten Rehbocks gebe es aber noch zusätzliches Potential zur CO2-Minderung.
Weitere bedeutende Minderungspotentiale eröffne die stoffliche Verwertung, also das Recycling von Abfällen sowie der Einsatz von Ersatzbrennstoffen in der Industrie. So lag beispielsweise im Jahr 2006 die Altpapiereinsatzquote mit deutlich über 15 Millionen Tonnen bei 67,4%. In der Stahlindustrie wurde im Jahr 2007 mit dem Einsatz ca. 22 Millionen Tonnen Schrott eine Quote von 45,3% erreicht. Die Altglas-
Recyclingquote lag in den letzten Jahren im Mittel bei ca. 85%. Diese Quoten könnte man für andere Abfallstoffe wie Altholz, Textilien, Ersatzbrennstoffe etc. beliebig fortsetzen.
Rehbock: "Wir sind in Deutschland nicht nur durch die Schließung der Deponien, sondern auch durch das effiziente Verwerten der Abfallstoffe, eine Klasse für sich. Deutschland hat einen Spitzenplatz und damit einen Vorsprung in Sachen Kreislaufwirtschaft."
Um mehr für den Klimaschutz, die Ressourcenschonung und die Rohstoffversorgung zu tun, müsse Europa nun nachziehen. Die Abfallrahmenrichtlinie, die gerade in zweiter Lesung das Europäische Parlament passiert habe, sehe eine fünfstufige Abfallhierarchie und Recyclingziele vor.
Zwar hätte sich der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
eine ganze Reihe von konkreteren Fortschritten gewünscht, doch in der fünfstufigen Abfallhierarchie sei dem Recycling jetzt eine klare Priorität vor der sonstigen Verwertung (energetischen Verwertung) eingeräumt worden. "Dies lässt zumindest hoffen, dass in den 27 Mitgliedstaaten das vorhandene immense Abfallpotential zunehmend stofflich verwertet wird", erklärte Eric Rehbock in Berlin.
Quelle und Kontaktadresse:
bvse Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
Jörg Lacher, Leiter, Politik und Kommunikation
Hohe Str. 73, 53119 Bonn
Telefon: (0228) 988490, Telefax: (0228) 9884999
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