Pressemitteilung | (bvse) Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
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Kunststoffrecycling mit 8 Prozent Wachstum

(Bad Neuenahr) - Das Kunststoffrecycling, öffentlich bekannt durch die Verwertung von gebrauchten Kunststoffverpackungen (Grüner Punkt), hat sich längst emanzipiert. Nach den Worten von bvse-Vizepräsident Dr.-Ing. Snell werden inzwischen große Mengen an Kunststoffen aus Industrie und Gewerbe wirtschaftlich erfolgreich recycelt. Von 100 Prozent recycelten Kunststoffen entfallen 31 Prozent aus der Sammlung Dualer Systeme, aber 57 Prozent aus Gewerbe und Industrie, der Rest stammt mit 12 Prozent aus dem Pflichtpfandbereich.

In Deutschland werden zwischen 1,6 und 2,1 Millionen Tonnen Altkunststoffe im Jahr werkstofflich recycelt werden. Das deutet auf einen Gesamtmarkt von immerhin ca. 1,2 Milliarden EURO hin. Diese Zahlen verdeutlichen nach Auffassung des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe e.V., dass sich ein wichtiger Markt etabliert hat, der für die einsetzende Kunststoffindustrie – ökologisch und ökonomisch – unverzichtbar geworden ist.

Wie der bvse heute (20. Juni 2007) auf seinem Internationalen Altkunststofftag bekannt gab, beurteilen die bvse-Unternehmen die zukünftige Entwicklung beim Kunststoffrecycling als überwiegend positiv. In einer Umfrage bewerteten 65 Prozent die Chancen für das Kunststoffrecycling mit „gut“, 30 Prozent mit „mäßig“ und nur fünf Prozent sehen die Chancen eher pessimistisch.

Auch die Umsätze orientieren sich deutlich nach oben. Der bvse rechnet im Bereich des Kunststoffrecyclings mit einer Steigerung um ca. acht Prozent im laufenden Jahr. „Die Preise werden in diesem Jahr um ca. zwei Prozent anziehen,“ erläuterte bvse-Vizepräsident Herbert Snell.

Nach Darstellung des Verbandes gebe es aber auch eine Reihe von Problemen im Markt. Zwar würden die europäischen Märkte nicht mehr so stark wie früher von den Fernostmärkten beeinflusst, dennoch gingen auch weiterhin große Mengen an Altkunststoffen von Deutschland zur Verwertung nach Fernost.

Snell: „Fast ein Drittel des PE-Abfalls aus Deutschland fließt in den Export. Relativ neu sind dabei starke Nachfragen aus Indien“. So komme es nicht von ungefähr, dass 37 Prozent der Befragten den Export von Altkunststoffen in den asiatischen Raum als Hemmschuh für die Entwicklung der Branche in Deutschland und Europa ansehen.

Der mengenmäßig bedeutendste Exportposten sei Abfall aus Polyethylen (PE). Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden seien im Jahr 2005 insgesamt rund 486.300 Tonnen PE-Abfälle ausgeführt worden. Dies entspreche einem Plus von über 100.000 Tonnen gegenüber 2004. China und Hongkong nahmen in 2005 rund 343.000 Tonnen PE-Abfall ab. Nach bvse-Schätzung sei auch im Jahr 2006 dieses Exportniveau erreicht worden.

Grünes Gewissen der Kunststoffhersteller

Dem Kunststoffrecycling kommt vor dem Hintergrund der Initiativen der Bundesregierung und des Bundesumweltministeriums aus Sicht des bvse besondere Bedeutung bezüglich der Ressourcenschonung und der Energieeffizienz zu.

Es garantiere nämlich nicht nur, dass sowohl die Ressource Erdöl als auch die teuren Kunststoffsynthesebausteine in der Kreislaufwirtschaft wesentlich länger genutzt werden könnten, sondern es verlängere insbesondere die Lebenszeiten der hochwertigen Kunststoffendprodukte und verringere damit die Einmalnutzung hochwertigster Materialien.

Darüber hinaus trägt das Kunststoffrecycling entschieden zur Verminderung der CO2-Emmission bei, da das Recycling sowohl energiesparend als auch ressourceneffizient erfolgt. Gerade dadurch ermöglicht das Kunststoffrecycling die ökologisch vorteilhafte Umsetzung der Herstellerverantwortung für ihre Produkte. Es hat also seinen guten Grund, wenn der bvse die Kunststoffrecycler als das grüne Gewissen der Kunststoffhersteller bezeichnet.

Quelle und Kontaktadresse:
bvse Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. Jörg Lacher, Leitung, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit Hohe Str. 73, 53119 Bonn Telefon: (0228) 988490, Telefax: (0228) 9884999

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