Pressemitteilung | Landesapothekerverband Baden-Württemberg e.V.
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Landesapothekerverband Baden-Württemberg begrüßt Apothekenreform

(Stuttgart) - Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) begrüßt den Beschluss des Bundestags zur Apothekenreform vom vergangenen Freitag ausdrücklich. Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz werden Schritte unternommen, die öffentlichen Apotheken vor Ort zu stärken und ihre Rolle in der Gesundheitsversorgung sinnvoll zu erweitern.

„Die Reform ist ein wichtiger und richtiger Schritt, um die Gesundheitsversorgung in Deutschland mit noch leistungsstärkeren Apotheken zukunftsorientiert aufzustellen“, erklärt LAV-Präsidentin Tatjana Zambo. „Apotheken sind längst weit mehr als reine Arzneimittel-Ausgabestellen. Sie sind niedrigschwellige Gesundheitsdienstleister, die täglich Millionen Menschen schnell, wohnortnah und kompetent versorgen. Das Gesetz erweitert hier Spielräume für eine noch stärkere Einbindung der Apotheken ins System.“

Der Verband begrüßt insbesondere, dass Apotheken künftig zusätzliche Leistungen wie Präventionsangebote, Schnelltests sowie ein erweitertes Impfangebot und Blutentnahmen nach entsprechender Qualifikation anbieten dürfen. Dadurch würden Patientinnen und Patienten schneller versorgt und Arztpraxen spürbar entlastet.

Die Kritik, die aus Teilen der Ärzteschaft an dieser Leistungsausweitung geäußert wurde, weist der Apothekerverband entschieden zurück. „Der Vorwurf, Apothekerinnen und Apotheker seien für diese Aufgaben nicht qualifiziert, geht an der Realität vorbei“, meint Zambo. „Apothekerinnen und Apotheker verfügen über ein wissenschaftliches Hochschulstudium, umfassende pharmakologische Expertise und zusätzliche zertifizierte Schulungen für neue Versorgungsleistungen. Niemand spricht davon, ärztliche Diagnosen zu ersetzen. Es geht um klar definierte, standardisierte Leistungen, die die Versorgung sinnvoll ergänzen und sicher machen“, betont die Verbandspräsidentin.

Gerade bei Impfungen, Medikationsanalysen oder standardisierten Präventionsangeboten hätten Apotheken in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie qualitativ hochwertig und verantwortungsvoll arbeiten. Bereits während der Corona-Pandemie hätten Apotheken ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt und in den Jahren danach einige der in dieser Zeit entstandenen Angebote verstetigt. „Wir setzen auf ein Mehr an ortsnaher Patientenversorgung und dabei auf ein gutes und dienliches heilberufliches Miteinander“, so Zambo.

Der Apothekerverband Baden-Württemberg warnt zugleich davor, die Reform ohne eine nachhaltige wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken umsetzen zu wollen. Mehr Aufgaben und mehr Verantwortung könnten nur übernommen werden, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen endlich verbessert würden. Zambo: „Die Reform kann nur funktionieren, wenn die Politik jetzt auch die finanzielle Grundlage der Apotheken stärkt. Seit mehr als dreizehn Jahren wurde das Fixhonorar nicht ausreichend angepasst, während Kosten für Personal, Energie und Infrastruktur massiv gestiegen sind.“ Der Verband fordert deshalb die Bundesregierung auf, die zugesagte Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro pro verschreibungspflichtiger Arzneimittelpackung nun schnell, vollständig und in einem Rutsch umzusetzen. „Wer mehr Leistungen von Apotheken erwartet, muss auch bereit sein, diese Leistungen angemessen zu finanzieren. Ohne wirtschaftlich stabile Apotheken mit einem entsprechend wirtschaftlich solidem Fundament wird nicht nur die Reform in Leere gehen, sondern die schon jetzt deutlich ausgehöhlte Versorgungsstruktur wird noch löchriger werden.“

Hintergrund der Reform sind die seit Jahren rückläufigen Apothekenzahlen sowie die zunehmenden wirtschaftlichen Belastungen der Apotheken. Der Bundestag hat mit der Reform unter anderem beschlossen, Apotheken zusätzliche Kompetenzen bei Impfungen, Prävention, Schnelltests und der Abgabe bestimmter Medikamente einzuräumen.

Quelle und Kontaktadresse:
Landesapothekerverband Baden-Württemberg e.V., Frank Eickmann, stellv. Geschäftsführer(in) Kommunikation, Hölderlinstr. 12, 70174 Stuttgart, Telefon: 0711 22334-0

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