Landwirtschaft / Tarifrunde 2010: IG BAU fordert 5,3 Prozent mehr Lohn für Landarbeiter
(Frankfurt am Main) - Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert für die rund 170 000 Beschäftigten in der Landwirtschaft eine Lohnerhöhung von 5,3 Prozent, mindestens aber um 0,48 Euro/Stunde. Das entspricht den Produktionskosten für ca. zwei Liter Milch, rechnet Verhandlungsführer Klaus Wiesehügel vor. Jeder verlangt nach qualitativ hohen Lebensmitteln, aber kaum einer ist bereit dafür zu zahlen, sagt der IG BAU-Vorsitzende. Die Gehälter der Angestellten sollen ebenfalls um 5,3 Prozent steigen, mindestens jedoch um 85 Euro pro Monat.
Ich möchte den Arbeitnehmern im ländlichen Raum eine Stimme geben. Auch in der Landwirtschaft gilt: Ein ausgebildeter Facharbeiter muss für seine Arbeit angemessen entlohnt werden, sagt IG BAU-Vorsitzender Klaus Wiesehügel.
Die Lohnforderung ist Ergebnis einer Bundesempfehlung, die anschließend in den Ländern umgesetzt wird. Die Bandbreite der derzeit gültigen Löhne erstreckt sich von 9,02 Euro in Sachsen bis zu 10,98 Euro in Bayern und Franken. Ziel der Verhandlungen ist eine spürbare Angleichung von Ost an West. Nach 20 Jahren ist es Zeit dafür, so die klare Aussage von Klaus Wiesehügel.
Von der geplanten Tariferhöhung werden Berufsgruppen profitieren wie z.B. Landarbeiter, Tierwirte und Schweinewirte. Für die Saisonarbeitskräfte gelten gesonderte Tarifverträge.
Die Tarifverhandlungen beginnen voraussichtlich Ende Februar 2010.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Bundesvorstand
Sigrun Heil, Pressesprecherin
Olof-Palme-Str. 19, 60439 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 95737-0, Telefax: (069) 95737-800
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