Leiden ohne Ende: Tierversuchszahlen steigen weiter an
(Berlin) - Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz veröffentlichte heute die neuesten Tierversuchszahlen für 2005. Die bittere Bilanz: Das Tierleid steigt weiter an. Der Deutsche Tierschutzbund erinnert die Große Koalition an das Versprechen, zügig die Weiterentwicklung von tierversuchsfreien Forschungsmethoden umzusetzen.
Das Tierleid steigt sprunghaft an. Im Vergleich zur Vorjahresstatistik leiden knapp 200.000 Tiere mehr in deutschen Forschungseinrichtungen. Die Gentechnik stellt dabei den am stärksten wachsenden Sektor dar. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ist dies nicht zu akzeptieren. Tierversuche sind und bleiben Tierqual. Die Gentechnologie bietet eine beliebte Spielwiese für Wissenschaftler, der Nutzen für den Menschen ist jedoch zweifelhaft bilanziert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Gerade gentechnisch veränderte Tiere müssten oft schon aufgrund ihrer Veränderung des Erbgutes besondere Qualen erleiden, lange bevor sie überhaupt in Versuchen eingesetzt werden. Wissenschaftliche Studien belegten bereits, dass die Forschung mit solchen Tieren, wie auch die tierexperimentelle Forschung insgesamt, keine sinnvollen Beiträge leisteten, kranken Menschen zu helfen.
Der Deutsche Tierschutzbund veröffentlichte heute neue Belege für das Leid von Affen bei Versuchen. Auf Mauritius werden Makakenaffen massenhaft gefangen. Ihre Nachzuchten gehen dann als Export auch an deutsche Forschungseinrichtungen. Insgesamt werden jährlich über 7.000 Affen aus Mauritius exportiert. Mit jährlich rund 2.000 Affen in Versuchen nimmt Deutschland dabei eine traurige Spitzenposition in der EU ein. 2005 wurden 328 Affen mehr als im Vorjahr in grausamen Versuchen eingesetzt.
Die Große Koalition hat im Koalitionsvertrag die Zusage gegeben, verstärkt tierversuchsfreie Forschung zu fördern. Um einen Wortbruch zu vermeiden, muss jetzt schleunigst gehandelt werden, so Apel.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein grundsätzliches Verbot aller Tierversuche. Als erster Schritt dorthin müsste umgehend ein nationales und internationales Importverbot für Versuchsaffen erlassen werden. Alle Wildfänge müssten eingestellt und die Haltungsbedingungen für die bereits in der Forschung befindlichen Affen und andere Tiere erheblich verbessert werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Tierschutzbund e.V.
Pressestelle
Baumschulallee 15, 53115 Bonn
Telefon: (0228) 604960, Telefax: (0228) 6049640
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