Leiharbeit muss wieder befristet werden
(Berlin) - Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, Leiharbeit wieder auf maximal zwei Jahre zu beschränken. "In einer wachsenden Zahl von Zeitungsverlagen wird das Instrument der Leiharbeit zur Senkung von Personalkosten missbraucht", kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Berufseinsteiger fänden mancherorts Redakteursstellen nur bei der verlagseigenen Leiharbeitsfirma. Die Gehälter lägen um 20 bis 50 Prozent unter den Sätzen des Gehaltstarifvertrags für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen.
Seit Anfang 2004 sieht das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz keine zeitliche Begrenzung für den Einsatz von Leiharbeitnehmern mehr vor. Arbeitgeber können seither einen Arbeitsplatz auf Dauer mit ein und derselben ausgeliehenen Arbeitskraft besetzen. "Die Medienunternehmen befinden sich größtenteils wieder auf Wachstumskurs. Dennoch drehen die Verleger weiter an der Sparschraube und sind sehr erfinderisch, wie sie auf Kosten ihrer Mitarbeiter die Ausgaben senken können. Leiharbeit hat sich dabei zu einer der beliebtesten Formen der Tarifumgehung entwickelt", kritisierte Konken die Verleger.
Einige Verlage haben eigene Leiharbeitsfirmen gegründet, in denen sie die Redakteure ohne Tarifbindung anstellen können. In mehreren Fällen wurden befristet beschäftigte Redakteure vor die Alternative gestellt, die Redaktion zu verlassen oder zu deutlich schlechteren Konditionen als Leiharbeitnehmer zu bleiben. Konken: "Weniger Urlaub, weniger Lohn, keine Beiträge zur Altersversorgung - das ist meist das harte Brot der Leihredakteure."
Bisher seien sämtliche Appelle an die Verleger, die Leiharbeit zu stoppen und sich damit ihrer sozialen Verantwortung zu stellen, auf fruchtlosen Boden gefallen. Deshalb sei es nun an den Politikern, dem Missbrauch der Leiharbeit einen Riegel vorzuschieben und soziale Ungerechtigkeit so zu unterbinden, sagte Konken weiter. "Nur mit einer zeitlichen Begrenzung wird Leiharbeit wieder zu dem, was sie eigentlich ist: eine Übergangslösung bei plötzlichen personellen Engpässen, beispielsweise in Krankheitsfällen."
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV)
Hendrik Zörner, Pressesprecher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pressehaus 2107, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Telefon: (030) 7262792-0, Telefax: (030) 7262792-13
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