Möllenberg: "Nährwertprofile gefährden Arbeitsplätze"
(Berlin) - "Wie an vielen anderen Stellen auch, sind die Aussagen des Koalitionsvertrages zur Ernährung und Lebensmittelkennzeichnung nebulös. Wir begrüßen die Absage an eine Ampelkennzeichnung. Allerdings halten die bisher vorgelegten Entwürfe zur Nährwertkennzeichnung einer wissenschaftlich gesicherten "Ernährungsempfehlung" nicht stand." Das hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), erklärt.
In einem Brief an alle deutschen Mitglieder des Europäischen Parlaments und alle Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie Bundesministerin Ilse Aigner hat die Gewerkschaft NGG nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die angekündigte "praxisgerechte und verbraucherorientierte" Verbesserung der EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben von Lebensmitteln (Health-Claims-Verordnung) nicht zur Prävention von Übergewicht beitragen könne. Die Auswahl von vier oder fünf Nährstoffen sei oberflächlich und führe unweigerlich zu einer völlig falschen Einteilung in vermeintlich gute und schlechte Lebensmittel. Eine sinnvolle Industrie- und Verbraucherpolitik könne man verbinden, aber nicht mit einseitigen Nährwertprofilen.
Möllenberg befürchtet den Abbau von Arbeitsplätzen in der Ernährungswirtschaft, vor allem in der Süßwarenindustrie, wenn das so genannte Eins-plus-Vier-Modell der Nährwertkennzeichnung eingeführt werde. "Einseitige Nährwertprofile und Werbeverbote sind kein geeigneter Weg und weder im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher noch der Beschäftigten und Unternehmen der Ernährungswirtschaft. Wir treten für eine ausgeglichene und verbraucherorientierte Informationspolitik ein, die Arbeitsplätze nicht gefährdet", heißt es in dem Brief an die Parlamentarier.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Hauptstadtbüro
Dr. Karin Vladimirov, Pressesprecherin
Luisenstr. 38, 10117 Berlin
Telefon: (030) 288849693, Telefax: (030) 288849699
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