Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
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Nachfrage nach Industriearmaturen weiterhin auf hohem Niveau / China und Russland wichtigste Absatzmärkte / Stärkste Impulse aus der Kraftwerkstechnik / Nachfrage nach kundenspezifischen Sonderarmaturen beflügeln deutsche Hersteller

(Frankfurt am Main) - Die Perspektiven für Industriearmaturen sind trotz der gesamtwirtschaftlichen Hiobsbotschaften unverändert positiv. So lautet die Halbjahresbilanz der im VDMA-Fachverband Armaturen organisierten Branche.

Die deutschen Hersteller von Industrie­armaturen erzielten im 1. Halbjahr 2008 ein nominales Umsatzplus von zwölf Pro­zent. Im Inland stieg der Umsatz um 14 Prozent, der Auslandsumsatz lag um 9 Prozent höher als im Vorjahr. An der Spitze der Wachstums­bewegung standen die Hersteller von Absperrarmaturen mit einem Umsatzplus von 15 Prozent. Sorge bereitet den Herstellern von Industriearmaturen die aktuelle Ent­wicklung der Materialpreise (Anstieg der Guss- und Stahlpreise).

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Ausfuhren von Industriearmaturen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2008 um 19 Prozent auf rund 1,1 Mrd. Euro (s. Grafik im Anhang). Das Olympia-Land China war wie in der Vergangenheit der wichtigste Abnehmer für die deutschen Hersteller. Die deutschen Liefe­rungen nach China stiegen um 35 Pro­zent auf 113 Mio. Euro. Der chinesische Markt ist insbeson­dere in der Kraftwerkstechnik für die deutschen Hersteller hochwertiger Industriearmaturen sehr attraktiv.

Besonders positiv hat sich wieder die deutsche Ausfuhr nach Russland entwickelt (+ 97 Prozent auf 113 Mio. Euro). Durch die hohe Nachfrage nach Armaturen „Made in Germany“ hat sich Russland in der Rangfolge der Abnehmerländer von Platz 7 auf Platz 2 verbessert. Weitere Impulse verspricht sich die Branche von der Branchenmesse PCV Expo 2008 in Moskau (21.-24.10.2008), auf der sich Mitgliedsunternehmen im Rahmen eines VDMA-Gemeinschaftsstandes präsentieren werden.

Hervorzuheben ist auch das Exportgeschäft mit Saudi Arabien (+ 105 Prozent auf 31 Mio. Euro; Platz 11) und Indien (+ 63 Prozent auf 31 Mio. Euro; Platz 12). „Beide Märkte werden für die Branche immer wichtiger“, kommentiert Boris Abadjieff vom VDMA-Fachverband Armaturen diese Entwicklung. In Indien können die Mitgliedsfirmen die Dienstleistungen und das Netzwerk des VDMA Representative Office nutzen.

Die deutschen Einfuhren von Industriearmaturen stiegen von Januar bis Mai 2008 um 12 Prozent auf 458 Mio. Euro.

Prognose 2008: Branche erwartet elf Prozent Umsatzwachstum

Trotz der gesamtwirtschaftlichen Abschwächung hält der Fachverband Armaturen an seiner zu Jahresbeginn aufgestellten Prognose für 2008 fest. Im Inland erwartet der Fachverband ein Umsatz­wachstum von zehn und auf den Exportmärkten von 12 Prozent. Damit würde der Gesamt­umsatz um rund elf Prozent steigen. Besondere Impulse erwartet die Branche vor allem aus der Kraftwerkswirtschaft. In diesem Segment werden künftig noch mehr Hochdruck- und Hochtemperaturarmaturen (bis 700 ° C) nachgefragt, um z. B. die von E.ON geplanten Wirkungs­grade von über 50 Prozent zu erzielen. Der Umsatz mit der Chemie­industrie entwickelt sich ebenfalls positiv; hier wird es frühestens 2009 zu einer Abschwächung kommen. Auch der Großanlagenbau, im Vertriebs­weg zum Endbetreiber ein sehr wichtiger Abnehmer von Industriearmatu­ren, berichtet von unverändert starken Zuwächsen im Auftragseingang, wovon die Lieferanten prozesstechnischer Komponenten wie z. B. Armaturen mit Zeitverzögerung profitieren werden.

Gute mittel- bis langfristige Perspektiven

„Trotz des Wettbewerbsdrucks ausländischer Armaturenhersteller kön­nen sich die deutschen Hersteller im internationalen Wettbewerb gut behaupten“, so Abadjieff. Denn die Stärke der meisten deutschen Her­steller ist es, kundenspezifische Lösungen anbieten zu können und nicht nur Armaturen „von der Stange“. Dieser Trend gilt zunehmend auch für die Armaturen in der Wasserver- und -entsorgung. Während im traditio­nellen Geschäft mit kommunalen Wasserver- und -entsorgern meist Reparatur und Instandhaltung im Vordergrund stehen, erschließen sich die Hersteller derzeit neue Absatzchancen mit individuellen Sonder­armaturen großer Nennweiten und hoher Drücke im Projektgeschäft mit Anlagenbauern (z. B. Wasserwerke, Staudämme). Von den außerhalb Deutschlands geplanten Neubauten von Kernkraftanlagen wird die Bran­che mittel- bis langfristig ebenfalls profitieren. Insofern schauen die meisten Hersteller von Industriearmaturen in allen Abnehmersegmenten optimistisch in die Zukunft.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) Marlies Schäfer, Pressesprecherin Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511

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