Pressemitteilung | DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

Neue PISA-Ergebnisse: Braun fordert einheitliche Bildungsstandards in allen Schulen / Leistungsbewertung nicht nach Gutdünken

(Berlin) - Nur transparente Standards in allen Bundesländern können aus der Schulmisere heraushelfen. Dies fordert der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Ludwig Georg Braun. Er reagiert damit auf die gestern bekannt gewordenen neuen Detailergebnisse der PISA-E-Studie. Diese zeigten, dass Lehrer bei der Bewertung von Schülerleistungen große Unterschiede machten und die Maßstäbe von Schule zu Schule, teilweise sogar von Klasse zu Klasse sehr verschieden seien. Außerdem senke bereits ein Anteil von 20 Prozent Migrantenkindern in einer Klasse das mittlere Leistungsniveau beträchtlich. Bildungsstandards seien daher für Schüler und Lehrer eine gute Orientierungsgröße. Dies gelte auch für die frühzeitige Förderung von Migrantenkindern und schwächeren Schülern.

Leistungsbewertung dürfe, so die Forderung des DIHK-Präsidenten, nicht länger vom subjektiven Empfinden des Lehrers oder vom durchschnittlichen Leistungsniveau einer Klasse abhängen. Das mache Zeugnisaussagen höchst fragwürdig, und Betriebe könnten sich bei der Auswahl von Ausbildungsplatzbewerbern nicht auf deren Aussagekraft verlassen. Braun sagte: "Nur wenn Standards klar definiert sind und an ihnen die Leistungen gemessen werden, sind Noten eine verlässliche Aussage über die Fähigkeiten und Kompetenzen der Schüler. So, wie das zurzeit offenbar gehandhabt wird, zeichneten Noten häufig ein völlig falsches Bild." Die IHKs hätten mit ihren einheitlichen Prüfungen im Bereich der dualen Ausbildung dem Prinzip der Objektivität Rechnung getragen. Nicht zuletzt deshalb würden die IHK-Abschlüsse bundesweit eine hohe Akzeptanz genießen.

Eine klare Absage erteilte Braun politischen Überlegungen, für alle Schulformen gleiche Mindeststandards einzuführen. "Wir brauchen selbstverständlich auch ehrgeizige Standards, um Begabte zu fördern. PISA hat auch gezeigt, dass höhere Leistungen in den Bundesländern erzielt werden, wo sie konsequent gefördert und von allen Schülern gefordert werden."

Der DIHK-Präsident trifft sich am 4. April 2003 mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Wolff, zu einem Spitzengespräch. Sie werden PISA-Konsequenzen und Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft besprechen sowie drängende Fragen der beruflichen Bildung beraten.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Breite Str. 29 10178 Berlin Telefon: 030/203080 Telefax: 030/203081000

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